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Posts Tagged ‘Vegetarische Burger’

Anton geht seit gestern wieder ganztags in den Kindergarten. Das hatten wir seit November ausgesetzt, weil ihm das nicht gut getan hat. Nun ist die Lage eine andere, er ist im letzten Kita-Jahr, dadurch beitragsfrei und seine Papageien-Gruppe hat einen eigenen Raum in der oberen Etage bekommen. Es herrscht also mehr Ruhe für ihn, er hat eine feste kleine Gruppe (10 Kinder) und er ist einfach mal viel älter geworden und hat sich ganz stark weiterentwickelt. An nur zwei Tagen die Woche ist er nun bis 16 Uhr im Kindergarten und isst auch wieder dort. Mittwochs ist er bei Oma H. und dort gibt’s traditionell Pfannkuchen und donnerstags ist Oma D. immer hier, Anton somit auch. Er will ja was von seinen Omas haben. Freitags sind die Kinder in der Turnhalle und ich finde dass das ein schöner Abschluss in’s Wochenende ist, somit ist das unser gemeinsamer Mittagessen-Tag mit ihm, mir und Leo. Dann darf Anton auch (mit-)bestimmen, was es geben soll. Wird also der Pommes/Tortellini-Tag 🙂

Ihr könnt schon erkennen, dass Antons Lieblingsessen keine besonders große Varianz aufweisen. Und außerdem ist -entgegen aller Empfehlungen- an ein harmonisches Essen selten zu denken. Wie auch, wenn man nach dem Kindergarten zu Hause sofort in den typischen „Was gibt’s denn? – Mag ich nicht!“-Dialog verfällt. Es fällt mir leider extrem schwer, seine Ablehnung nicht persönlich zu nehmen. Er findet essen per se „langweilig“

„Immer dieses Sitzen, Essen in den Mund stecken, kauen… das ist doch langweilig!“ Er genießt nicht, für ihn ist Essen nur das Stopfen des Lochs im Magen, das er eher selten fühlt. Gemeinsam am Tisch sitzen ist für ihn kein schönes Familienerlebnis, sondern eine schnellstmöglich abzuhandelnde Aufgabe. Eher lästig. Schwiegermama und Schwägerin erkennen seinen Vater als Kind in ihm. Antons Papa hatte wohl ähnliche Vorlieben (keine Brotrinde, Gemüse nur in Form von Mais und Erbsen, keine Aufläufe, kein Brotbelag…)

Wenn ich seine Liste der Dinge, die er mag, aber mit anderen Kindern vergleiche, isst er sogar noch abwechslungsreich! Da gibt’s die Jungs, die täglich Kartoffeln mit Quark (aber nur einem ganz bestimmten!) essen, jene, die seit 5 Jahren jeden Abend Honigbrot essen, die, die keine Eier mögen, keine Äpfel mit Schale, keine Äpfel ohne Schale, keine Gurken, Tomaten, Nudeln,.. alles dabei. Sogar keine Erdbeeren!! Wie kann man keine Erdbeeren mögen?

Insofern sind wir gar nicht so schlecht aufgestellt. Eigentlich. Trotzdem ist Mittagessen hier oft ein Kampf. Diese komische Probier-Regel ist auch unnütz, wenn das Kind schon vorher beschlossen hat, das Probierobjekt sowieso nicht mögen zu werden. Egal ob es dann vielleicht doch schmeckt, der Stolz siegt. „Also bei uns gilt die Regel, dass alles probiert werden, aber nichts aufgegessen werden muss.“ Ich hab’s versucht, was ist der Sinn darin, ein Kind zum probieren zu zwingen? Wie soll dieses Zwingen überhaupt gehen? Da muss schon eine gewisse Probierbereitwilligkeit vorliegen.

Dinge, die Anton schon mehrmals gegessen hat, müssen trotzdem nochmal „probiert“ werden, egal wie sehr ich ihm versichere, dass er es jedesmal sehr gerne mochte. Stichwort „Quarkkeulchen mit Kompott“. Endlich, endlich darf das Gericht auf seine Liste, er glaubt es mir jetzt.

Der Witz ist aber, dass er gerne völlig verrückte Sachen probiert. Die noch nicht zubereitet sind (roher Waffelteig) , die andere eklig finden (Butter pur), oder die vermeintlich nicht zusammen passen (Leberwurst & Marmelade). Das macht ihm dann Spaß. Aber die Gerichte, die ich koche (und ich kann kochen!!) und über die ich mir vorher Gedanken gemacht habe?

Jedenfalls. Jedenfalls isst er ja nun nur noch einen Wochentag mittags mit uns. Das gibt mir hier zu Hause ganz neue Möglichkeiten! Ich kann mich kulinarisch austoben, kann wieder so kochen, dass der Mann davon auch was hat (wer nimmt schon Kartoffelpuffer mit zur Arbeit…) und kann Leo auch schon vor dem Mittag schlafen lassen ohne mit dem übermüdeten Zwerg um 12 zum Kiga düsen zu müssen und ihm krampfhaft bis 13 Uhr wach zu halten.

Gestern habe ich mir gleich zwei tolle Rezepte rausgesucht, die den Anfang machen. Das hier:

Leo_Risotto_schmuecklig

Äh, nee. Zu spät. Ich meine das hier 🙂

IMG_1033

Kürbisrisotto! Mit allem drum und dran (Weißwein, Parmesan, Brühe angießen…) und haufenweise Butternut-Kürbis. Es war so köstlich! Rezept hier.

Heute gab es aus meinem Rezeptsammelsurium diese Couscous-Burger, die Leo und ich einfach mit Schmortomaten gegessen haben (Cherrytomaten, 1 EL Öl, 1 EL Balsamico, 180 im Ofen bis sie aufgeplatzt sind und verboten gut aussehen!).

180g gekochter Couscous wird mit 400g (AG) pürierten, großen, weißen Bohnen, 1 EL Mehl, 1 Bund Petersilie, 2 Knoblauchzehen, Pfeffer, Salz und Gewürzen nach Wahl vermischt, 30 Min im Kühlschrank gelagert und zu Buletten geformt. Ich nehme dabei immer gern Vollkornbrösel zur Hilfe, das erleichert das Formen und Braten. 4 Min von jeder Seite braten. Der Mann bekommt sie heute nachmittag im Burgerbrötchen mit Salat und Gurke, wir sind pur mit einem Klecks Sour Creme geblieben.

Leo_Couscousburger_schmuecklig

Leo hat schon vor dem Essen geschlafen, weil er sich bei der Vorbereitung zur mir auf die Arbeitsplatte gesetzt hatte und genussvoll weiße Bohnen und gekochten Couscous genascht hat. Und ausgehungert nach zweistündigem Nickerchen hat er sich auf die Burger und vor allem die Tomaten gestürzt.

Das gibt mir ein bisschen Genugtuung 🙂 Nach all der Zeit, in der mein Essen verschmäht wurde, schätzt nun endlich jemand zur Mittagszeit meine Bemühungen. Und so kann’s jetzt weitergehen. Ich bin sonst nicht so der Essensfotografierer, aber dann und wann werde ich besonders leckere Rezepte bestimmt mal wieder dokumentieren. Gut’n!

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