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Posts Tagged ‘Bücher ansehen mit Gebärden’

Anton war seit Babyzeit ein Bücherjunkie. Bis heute ist es erstaunlich, wie konzentriert und ausdauernd er zuhört und mitmacht beim Bücher lesen. Er ist Fünf und gestern begann mein Mann tatsächlich ihm den Hobbit vorzulesen! Der Hobbit ist ja sogar ein Kinderbuch, aber vielleicht nicht gerade für Fünfjährige könnte man meinen. Er hat ihm vorgelesen, bis alle Zwerge bei Bilbo Beutlin angekommen waren – Kenner wissen, dass das ne ganze Weile dauert!

Das ist aber auch das einzige Buch, das seinem Alter so sehr voraus ist. Ansonsten steht er -wie andere Fünfjährige- voll auf Drache Kokosnuss und Michel aus Lönneberga (er sieht auch so aus 😀 )

Und dann ist da Leo.

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Leo pfeift auf Bücher. Das hatte ich bereits mehrmals erwähnt. Da ich mich im Internet gern auf Seiten tummle, die irgendwie mit moderner Elternschaft zu tun haben und mir aus allen Bereichen Dinge für mich heraussuche, die zu uns passen, bin ich über Eltern vom Mars auf die Idee gekommen, Bücher mit Gegenständen zu kombinieren und sie somit mit Leo mehr zu bespielen als sie Seite für Seite vorzulesen! Das zieht zumindest für einen Moment seine Aufmerksamkeit.

Und: Es lässt sich phantastisch mit Gebärden kombinieren! Montessori meets Babygebärden!

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Ich habe eine Kiste für ihn bereitgestellt, an die er jederzeit herankommt und die fertig sortiert ist: 3 Bauernhof-Bücher, die mir sehr gut gefallen und passend dazu alle Tiere, die ich hier gefunden habe, die im Buch vorkommen und ein Trecker. Was zu Montessori passt: Die „echten“ Tiere, die „echten“ Sounds im Geräusche-Buch und das System der „Körbchen“. Was nicht zu Montessori passt: Bodo Bär als bekleidete, aufrechtgehende Hauptperson und die Plastikkiste statt des Weidenkörbchens. Wenn man mal ganz pingelig ist: Ihr seht, ich nutze die Idee und setzte sie so um, dass sie zu mir passt.

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Ich liebe Bodo Bär-Bücher, weil ich die Illustrationen so schön finde, weil sie kunterbunt sind und weil wir uns trotz Menschsein in seinen Alltagssituationen wiederfinden. Und Anton hat sich nie die Frage gestellt, wie es denn sein kann, dass ein Bär sich wie ein Mensch verhält und -nanu!- er hat auch nie erwartet, Bodo Bär im Zoo zu treffen. Die können das ganz gut differenzieren, die Kleinen.

Beginne ich also das Spiel, lege ich die Bücher auf den Boden und lasse Leo entscheiden, welches er ansehen will. Meist sind es gleich zwei und eigentlich hat er auch mehr Interesse daran, die Kiste ein- und auszupacken. Aber es klappt jedes Mal ein bisschen besser (ich mach das ja erst seit ein paar Tagen unregelmäßig) – ich zeige ihm die passenden Tiere und die Tierlaute, ich erzähle, was sie gerade tun, ich gebärde dazu, ziehe seinen Blick kurzzeitig auf mich, indem ich das Tier langsam zu meinem Gesicht führe, ich zeige ihm die Gebärde für „das gleiche“ und ich erinnere ihn an vergangene Situationen (Du hast eine Katze gesehen, Du hast die Hühner mit Gras gefüttert, …). Nicht immer alles, eben so wie es grad passt.

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Jetzt wollt ihr lesen, dass er sich damit stuuuundenlang beschäftigen kann 😀 Nein. Der Spaß hält vielleicht mal 5 oder 10 Minuten an. Aber er nimmt die Tiere auch selbst in die Hand und lässt sie über das Buch laufen oder picken, er drückt den Sound-Knopf und er zeigt mir NOCHMAL, wenn ihm etwas gut gefallen hat. Und dann geht er. Und dann waren es sehr schöne 5-10 Minuten!

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Die Bücher unserer Wahl, weil wir sie alle schon da hatten: Bodo Bär auf dem Bauernhof, Mein großes Bauernhof-Fühlbuch (die Teile zum Fühlen hätte ich mir realistischer gewünscht. Aber es geht einfach nur darum, überhaupt etwas fühlen zu können, ein bisschen schade) und Hörst Du die Tiere vom Bauernhof, was Teil einer großartigen Reihe von Sound-Büchern mit echten Geräuschen ist. (Das ist keine Werbung, ich hab nix davon).

 

 

 

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