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Archive for the ‘Der Lütteste’ Category

Die Spülmaschine läuft. Die Waschmaschine läuft. Im Ofen brennt ein Feuer. Ich bemühe mich, nicht ständig auf’s Telefon zu gucken, ob der Klingelton eventuell auf „lautlos“ eingestellt ist.

Leo ist in der Krippe und heute bin ich das erste Mal weggefahren.

Theoretisch muss die Kita das „Berliner Modell“ bedienen, bei denen Krippenkinder irrsinnig lange in Mini-Schrittchen eingewöhnt werden. Praktisch ist das in unserer Krippe nicht möglich, weil dort bis Mitte Februar im Zwei-Wochen-Takt je ein neues Kind zur Gruppe dazukommt. Laut Ablaufplan beginnt man wohl mit Trennungszeiten von 10 Minuten!! Das kann ich vielleicht noch bei Kindern unter 12 Monaten verstehen, aber gerade bei Zweijährigen (knapp) würden 10 Minuten entweder gar nicht auffallen oder sogar irritieren. Bei Leo würden sie nicht auffallen. Heute ist der dritte Eingewöhnungstag und die letzten beiden Tage waren wir gemeinsam je eine Stunde dort. Es gefällt ihm sehr, er geht offen auf die anderen Kinder und die Erzieherinnen zu und er hat sich nicht einmal nach mir umgesehen. Das hat ihnen und mir das Gefühl gegeben, wir könnten bereits heute statt erst am Montag mit der Trennung beginnen und zwar nicht in Minutenschritten, sondern in der „Wir gucken mal“-Zeiteinheit. Eine Stunde schlugen sie vor, „ruft mich einfach an“ bot ich ihnen an. So ist es nun.

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Und jetzt ist er bereits über eine Stunde dort allein, ich war beim Bäcker frühstücken und jetzt weiß ich auch nicht. Davon, die freie Zeit zu genießen, kann keine Rede sein. Es ist nämlich nicht so, dass ich die Zeit mit Leo nicht genossen hätte, im Gegenteil. Leo ist eine äußerst angenehme Gesellschaft. Wir haben entspannte Vormittage, an denen ich hier und da ein wenig im Haushalt erledige (mein Mann lacht jetzt sicher laut!) und Leo spielt oder wir erledigen gemeinsam Einkäufe und kochen. Genau wie Anton, kann er sich unwahrscheinlich gut selbst beschäftigen und hilft mir beim kochen, beim Ausräumen der Geschirrspüle und Staubsaugen. Seine Liebe zu meinen Töpfen als Spielzeuge flaut langsam etwas ab, ist aber noch immer groß. Das Interesse schwindet nun schneller dabei, weil er ein neues Hobby hat: Holzeisenbahn!

Anton (jetzt 5 1/2) war und ist nie an Fahrzeugen interessiert gewesen, lediglich seine Eisenbahnen waren seine große Liebe. Allerdings ging es dabei nie um die Eisenbahnen an sich, sondern um die Konstruktion von großartigen Schienenstrecken! Das ist bis heute so. Er ist der Konstrukteur in jeder Hinsicht. Bei Leo ist es genau andersrum. Er setzt zwar sehr gern Schienen zusammen, aber ist glücklich, wenn ich ihm einfach ein schnödes Oval zusammensetze, damit er seine Lok und zig Waggons darüber schieben kann. Und er schiebt und schiebt und setzt neue Waggons zusammen und freut sich. Selbst die elektrische Lok wird noch von ihm geschoben, er will das manuell machen.

In der Krippe ist er überraschenderweise nicht gleich zur Spielküche gerannt, sondern hat sich mit einer sehr geräuschvollen V-Tech Garage mit vielen geräuschvollen Autos angefreundet. Ich bin sehr neugierig, wie seine Interessen sich ab jetzt entwickeln werden!

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Er wird ab dem 15. Vollzeit im Kindergarten sein, denn ab dann beginnt mein neuer Job. 25 Stunden die Woche werde ich mein Hirn wieder mehr anstrengen können und ich freue mich sehr darauf, weil es kein „Notjob“ ist, sondern weil ich diese Stelle unbedingt wollte. Ich werde ganz in der Nähe im kulturellen Bereich im öffentlichen Dienst arbeiten und werde dort bereits freudig erwartet! Und ich werde die Kinder gegen 15 Uhr abholen und habe dann ZEIT. Keine Mittagsschläfchen, keine Mahlzeit, keine Einkauftouren. Vielleicht ist das für alle Beteiligten von Vorteil.

Der 15. ist im Übrigen auch ein weiterer Meilenstein: Ab diesem Tag bekommt er keine Medikamente mehr! Der nächste EEG ist am 17. Februar.

Trotzdem bin ich wehmütig. Es ist ja nicht so, dass ich keine Lust mehr auf die Zeit mit Leo zu Hause habe. Unsere Vormittage sind schön. Waren schön. Ich bin tatsächlich etwas eifersüchtig auf die Erzieherinnen, weil sie nun so viel Zeit mit ihm verbringen dürfen und so viele Entwicklungssprünge früher miterleben werden, als ich. Und dann gleich so lange täglich: Bei Anton haben wir etwa im gleichen Alter (+2 Monate) mit 3 bis 4 Stunden angefangen, was in dem Alter völlig ausreicht, wie ich finde.

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10:00 Uhr. Noch immer kein Anruf. Wow, ich bin stolz auf Leo! Er kennt diese Leute erst seit zwei Tagen. Aber es ist auf wirklich schön dort, trotz derzeitiger Containerlösung. Bevor ich gegangen bin, hab ich noch ein heimliches Foto durchs Fenster des Wickelraums geschossen. Es scheint Tradition unter den Kindern zu sein, dass sie nach Erhalt ihrer Trinkbecher „Meiner!“ rufen. Leo hat das direkt übernommen und sich köstlich amüsiert.

So. Nun ist der Anruf gekommen, ich soll um 10:30 Uhr wieder dort sein. Wow. Mein kleiner Held – zwei Stunden und noch immer gute Laune 🙂 Ich muss los. Schreibfehler korrigiere ich später.

P.S. Ich habe ihn schon durch die bodentiefen Fenster gesehen, er spielte an der Spielküche und kam fröhlich zu mir gerannt und bereitwillig mit nach Hause. So wird’s jetzt weitergehen, ich bringe ihn, ich gehe, ich hole ihn gegen halb 11. Bis er Ende nächster Woche dann schon dort isst und schläft! Es ging ihm super, er hatte sehr viel Spaß und zwei Portionen gefrühstückt. Ich sehe ja, wie sie mit den gerade frisch eingewöhnten Kindern umgehen, deren Mütter nun nicht mehr da bleiben. Die kleine D. weint jedesmal (intensiv aber kurz) und wird dabei vollkommen ernst genommen und bekuschelt. Selbst ich hatte sie schon auf dem Schoß. Also weiß ich Leo in guten Händen, selbst wenn er mal einen schwierigen Start haben sollte.

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Anton geht seit gestern wieder ganztags in den Kindergarten. Das hatten wir seit November ausgesetzt, weil ihm das nicht gut getan hat. Nun ist die Lage eine andere, er ist im letzten Kita-Jahr, dadurch beitragsfrei und seine Papageien-Gruppe hat einen eigenen Raum in der oberen Etage bekommen. Es herrscht also mehr Ruhe für ihn, er hat eine feste kleine Gruppe (10 Kinder) und er ist einfach mal viel älter geworden und hat sich ganz stark weiterentwickelt. An nur zwei Tagen die Woche ist er nun bis 16 Uhr im Kindergarten und isst auch wieder dort. Mittwochs ist er bei Oma H. und dort gibt’s traditionell Pfannkuchen und donnerstags ist Oma D. immer hier, Anton somit auch. Er will ja was von seinen Omas haben. Freitags sind die Kinder in der Turnhalle und ich finde dass das ein schöner Abschluss in’s Wochenende ist, somit ist das unser gemeinsamer Mittagessen-Tag mit ihm, mir und Leo. Dann darf Anton auch (mit-)bestimmen, was es geben soll. Wird also der Pommes/Tortellini-Tag 🙂

Ihr könnt schon erkennen, dass Antons Lieblingsessen keine besonders große Varianz aufweisen. Und außerdem ist -entgegen aller Empfehlungen- an ein harmonisches Essen selten zu denken. Wie auch, wenn man nach dem Kindergarten zu Hause sofort in den typischen „Was gibt’s denn? – Mag ich nicht!“-Dialog verfällt. Es fällt mir leider extrem schwer, seine Ablehnung nicht persönlich zu nehmen. Er findet essen per se „langweilig“

„Immer dieses Sitzen, Essen in den Mund stecken, kauen… das ist doch langweilig!“ Er genießt nicht, für ihn ist Essen nur das Stopfen des Lochs im Magen, das er eher selten fühlt. Gemeinsam am Tisch sitzen ist für ihn kein schönes Familienerlebnis, sondern eine schnellstmöglich abzuhandelnde Aufgabe. Eher lästig. Schwiegermama und Schwägerin erkennen seinen Vater als Kind in ihm. Antons Papa hatte wohl ähnliche Vorlieben (keine Brotrinde, Gemüse nur in Form von Mais und Erbsen, keine Aufläufe, kein Brotbelag…)

Wenn ich seine Liste der Dinge, die er mag, aber mit anderen Kindern vergleiche, isst er sogar noch abwechslungsreich! Da gibt’s die Jungs, die täglich Kartoffeln mit Quark (aber nur einem ganz bestimmten!) essen, jene, die seit 5 Jahren jeden Abend Honigbrot essen, die, die keine Eier mögen, keine Äpfel mit Schale, keine Äpfel ohne Schale, keine Gurken, Tomaten, Nudeln,.. alles dabei. Sogar keine Erdbeeren!! Wie kann man keine Erdbeeren mögen?

Insofern sind wir gar nicht so schlecht aufgestellt. Eigentlich. Trotzdem ist Mittagessen hier oft ein Kampf. Diese komische Probier-Regel ist auch unnütz, wenn das Kind schon vorher beschlossen hat, das Probierobjekt sowieso nicht mögen zu werden. Egal ob es dann vielleicht doch schmeckt, der Stolz siegt. „Also bei uns gilt die Regel, dass alles probiert werden, aber nichts aufgegessen werden muss.“ Ich hab’s versucht, was ist der Sinn darin, ein Kind zum probieren zu zwingen? Wie soll dieses Zwingen überhaupt gehen? Da muss schon eine gewisse Probierbereitwilligkeit vorliegen.

Dinge, die Anton schon mehrmals gegessen hat, müssen trotzdem nochmal „probiert“ werden, egal wie sehr ich ihm versichere, dass er es jedesmal sehr gerne mochte. Stichwort „Quarkkeulchen mit Kompott“. Endlich, endlich darf das Gericht auf seine Liste, er glaubt es mir jetzt.

Der Witz ist aber, dass er gerne völlig verrückte Sachen probiert. Die noch nicht zubereitet sind (roher Waffelteig) , die andere eklig finden (Butter pur), oder die vermeintlich nicht zusammen passen (Leberwurst & Marmelade). Das macht ihm dann Spaß. Aber die Gerichte, die ich koche (und ich kann kochen!!) und über die ich mir vorher Gedanken gemacht habe?

Jedenfalls. Jedenfalls isst er ja nun nur noch einen Wochentag mittags mit uns. Das gibt mir hier zu Hause ganz neue Möglichkeiten! Ich kann mich kulinarisch austoben, kann wieder so kochen, dass der Mann davon auch was hat (wer nimmt schon Kartoffelpuffer mit zur Arbeit…) und kann Leo auch schon vor dem Mittag schlafen lassen ohne mit dem übermüdeten Zwerg um 12 zum Kiga düsen zu müssen und ihm krampfhaft bis 13 Uhr wach zu halten.

Gestern habe ich mir gleich zwei tolle Rezepte rausgesucht, die den Anfang machen. Das hier:

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Äh, nee. Zu spät. Ich meine das hier 🙂

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Kürbisrisotto! Mit allem drum und dran (Weißwein, Parmesan, Brühe angießen…) und haufenweise Butternut-Kürbis. Es war so köstlich! Rezept hier.

Heute gab es aus meinem Rezeptsammelsurium diese Couscous-Burger, die Leo und ich einfach mit Schmortomaten gegessen haben (Cherrytomaten, 1 EL Öl, 1 EL Balsamico, 180 im Ofen bis sie aufgeplatzt sind und verboten gut aussehen!).

180g gekochter Couscous wird mit 400g (AG) pürierten, großen, weißen Bohnen, 1 EL Mehl, 1 Bund Petersilie, 2 Knoblauchzehen, Pfeffer, Salz und Gewürzen nach Wahl vermischt, 30 Min im Kühlschrank gelagert und zu Buletten geformt. Ich nehme dabei immer gern Vollkornbrösel zur Hilfe, das erleichert das Formen und Braten. 4 Min von jeder Seite braten. Der Mann bekommt sie heute nachmittag im Burgerbrötchen mit Salat und Gurke, wir sind pur mit einem Klecks Sour Creme geblieben.

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Leo hat schon vor dem Essen geschlafen, weil er sich bei der Vorbereitung zur mir auf die Arbeitsplatte gesetzt hatte und genussvoll weiße Bohnen und gekochten Couscous genascht hat. Und ausgehungert nach zweistündigem Nickerchen hat er sich auf die Burger und vor allem die Tomaten gestürzt.

Das gibt mir ein bisschen Genugtuung 🙂 Nach all der Zeit, in der mein Essen verschmäht wurde, schätzt nun endlich jemand zur Mittagszeit meine Bemühungen. Und so kann’s jetzt weitergehen. Ich bin sonst nicht so der Essensfotografierer, aber dann und wann werde ich besonders leckere Rezepte bestimmt mal wieder dokumentieren. Gut’n!

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Wer Lust hat sich in Bezug auf Leos Epilepsie auf den neuesten Stand zu bringen, kann gern hier mal gucken.

Hier im Blog schreib ich darüber nur mal nebenbei. Weil’s abgesehen von den Medikamenten-Dosen einfach keine Rolle in unserem Leben spielt. Toi toi toi.

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Ich würde ja neues vom Gebärden schreiben, wenn ich könnte. Kann ich aber nicht. Denn nach dem Run ist hier vor dem Run. Mehr als die Gebärden vom letzten Beitrag sind es nicht geworden und so richtig super glücklich bin ich mit seiner Auswahl nicht, auch wenn das ziemlich dumm klingt.

Immerhin hat Leo ja die für sich wichtigsten Zeichen ausgewählt und die olle Mutter ist mal wieder nicht zufrieden?

Naja. Da nach wie vor nix Duden-gerechtes außer „Mama“ und sowas wie „trinken“ (trrrkrrr) in Worten aus seinem hübschen Mund kommt, werde ich zugegebenermaßen ungeduldig. (Wobei er gerade eben beim ins-Bett-gehen immer auf meine Augen gezeigt hat, irgendwann dann „Auge“ und auch mein jubelndes „Jaaa“ nachgesprochen hat!)

Ist das schlimm, das zuzugeben? Jaja, jedes Kind hat sein eigenes Tempo. Sie werden schon alle irgendwann sprechen. Er ist doch nichtmal 17 Monate alt. Er trainiert eben erstmal seine Motorik und erklimmt vorzugweise Tische. Irgendwann sabbelt er Dir die Ohren wund. Bla bla. Ich will aber jetzt Worte! Er will ja nicht mal Bücher angucken… (das hab ich ja vorher nicht geglaubt, dass es solche Kinder gibt!)

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Ich weiß ja selbst, dass meine Ungeduld total lächerlich ist. Ich bin auch nicht ernsthaft ungeduldig, wisst ihr was ich meine? Ich bin in meiner Naivität einfach einmal mehr überrascht, wie anders die beiden Jungs ticken. Wie kann der eine mit 10 Monaten so wild auf Worte sein, während der andere fröhlich in Babysprech vor sich hinplappert und eigentlich nichtmal den Eindruck macht, als würde er daran etwas ändern wollen. Naja und ich hab da halt diese Liste mit Worten, die Anton in Leos Alter drauf hatte. Da fällste vom Glauben ab! Und ich weiß ja nun, dass diese Liste nicht erfunden ist (Und dass mir der Große heutzutage eben jene Ohren wundsabbelt).

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Leo jedenfalls nutzt seine Gebärdenwahl relativ eingeschränkt, weil in immer wiederkehrenden Situationen, selten unvorhergesehen (Vogeluhr zwitschert, es regnet, Mama soll singen, nochmal Kniereiter,…). Seit ein paar Wochen ist LICHT AN/AUS ganz weit oben. Gern auch vor Zeugen im Kindergarten oder bei Budni (da ist viiiiel Licht… ja, die Lampe ist auch AN…ja, diese auch, ja, die auch…), was wenigstens mein Geltungsbedürfnis befriedigt mich in gewisser Weise sehr freut (jaHA! HAST Du das gesehen? Wir KOMMUNIZIEREN! Los! Sprich mich drauf an!)

Aber nutzt er sie, wenn es wirklich praktisch wäre? Wenn ich einfach nicht genau weiß, ob er schon fertig mit essen ist (weil er dauernd aufsteht, aber wütend wird, wenn ich ihn vom Stuhl hebe), ob er Hunger oder Durst hat, warum er gerade wütend ist, warum er auf den Arm will und mich in eine bestimmte Richtung dirigiert. Nein, wahrscheinlich ist sein kleiner Kopf dann viel zu sehr mit seiner Notlage beschäftigt, als dass er auf die Idee käme, sie mir per Gebärde zu erklären. (Ja, selbstverständlich finde ich die Antworten auf all dies auch so raus, aber darum geht es ja beim Gebärden mit Babys: Kein trial-an-error nötig! Bzw. ist Essen bei Leo im Zweifel die Antwort auf alles, wenn das Problem vorher auch ein anderes war…)

Das ist alles Leiden auf hohem Niveau! Meinem Spaß an der Sache tut es dennoch keinen Abbruch. Ich gebärde sogar zum Schlaflied und er freut sich darüber sehr und schaut mir aufmerksam zu und versucht sich selbst an der Melodie. Vielleicht singt er dann ja bald für mich 🙂

(Was ich singe? Mittags singe ich aus „Im Märchenwald ist heut Konzert“ das „Lied vom Mittagsschlaf“, abends erst die ersten zwei Strophen von „Schlafe mein Prinzchen“ (die dritte ist doof) und dann „Müde Maus“ von Robert Metcalf von der CD „Ich bin Eins, das ist meins„. Leo liebt sie alle und besteht auf das ganze Sortiment.)

 

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Als babySignal-Kursleiterin erwartet man ja von seinen eigenen Kindern, dass sie ganz besonders früh anfangen zu gebärden. Bei Anton war ich noch gar keine Kursleiterin, er fing mit 10 Monaten an und ersetzte die Zeichen dann recht schnell durch Sprache, die sich zeitgleich entwickelte.

Leo ist nun 14 Monate alt. Bei ihm habe ich quasi seit Tag 1 gebärdet, schließlich habe ich ja die nötige Geduld um auch monatelanges Warten auszuhalten und es fällt mir auch nicht schwer, die Gebärden völlig selbstverständlich zu nutzen. Mit 11 Monaten gebärdete er dann auch TRINKEN und NOCHMAL. Aber dann kam nichts mehr. Nicht mal mehr diese zwei Zeichen. Er interessierte sich auch nicht besonders offenkundig für meine Zeichen. Aaaah!

Aber seit ein wenigen Wochen geht’s los, erst tröpfelnd, seit ein paar Tagen ganz enorm und heute war er kaum zu stoppen! Zwei-Wort-Sätze in Gebärden gab’s heute!

Er ist ja Epileptiker und derzeit reduzieren wir monatlich die Medikamentendosis. Tatsächlich wurde sie zuletzt am 01. Juni reduziert… ob das Zeug ihn doch in irgendeiner Form „hemmt“? Bisher war von irgendwelchen Verzögerungen nichts zu erkennen, ich darf ihn halt nicht mit dem wortgewandten Anton vergleichen, der schon früh anfing zu sprechen. Während Leo an „korrekten Worten“ bisher grad mal ein „Mama“ und „nein-nein“ von sich gibt und sich ansonsten auf Dauergebrabbel beschränkt. „Ata“ sagt er noch zu Anton, „Daaaaate“ zu Danke. „Trinken“ übt er gerade, in dem er die Silbe Tri mit einer größeren Anzahl weiterer, variabel wählbarer Buchstaben ergänzt und dabei seine Hand öffnet und schließt.

Viele Gebärden sehen bei Leo noch sehr sehr ähnlich aus, sind aber situationsbedingt unverkennbar. SCHAUKELN und MUSIK beispielsweise, die er bisher nur einhändig gebärdet. SCHMETTERLING, MILCH und TRINKEN sind ebenfalls sehr ähnlich, denn auch hier gebärdet er SCHMETTERLING einhändig und TRINKEN findet noch nicht am Mund statt, sondern noch irgendwo in der Luft.

NOCHMAL ist jetzt hier Dauerbegleitung. Und sieht so niedlich aus, denn er spreizt dazu die kompletten Finger, winkelt den Zeigefinger aber nach vorn ab und wackelt dann mit der Hand. Gebärdet wird dieses Zeichen zu jeder Gelegenheit, heute Nachmittag auf der Spielplatz-Wippe, aber auch in Bezug auf mein Gebärden, das er mit seinen Augen quasi aufsaugt! Die Vogeluhr zwitschert? Er macht mich darauf aufmerksam, ich gebärde TSCHIEP-TSCHIEP und ernte Freude und den abgespreitzen Zeigefinger!

Auf die Frage, ob wir auf den Spielplatz gehen wollen, gebärdete er heute SCHAUKEL und machte sich sofort auf den Weg!

Und als ich ihn dann heute mit Ach und Krach zum Mittagschlaf überreden konnte und ihm dazu ausnahmsweise mal ein Lied vorsang, gebärdete er SINGEN/MUSIK und NOCHMAL in Kombination als ich fertig war!!

Nach einem extrem langen Tag, den wir dauerhaft im Garten und Leo dreimal im Planschbecken verbrachten, habe ich die Kinder heute trotzdem erst unglaublich spät ins Bett gekriegt. Der große Bruder durfte um 21 Uhr noch unter die Dusche, während der Wasserjunkie Leo schon lange bettfertig war. Im Bett war er noch einen kurzen Moment empört und klopfte sich mit der Faust auf die Brust. Ich habe erst später geschaltet, denn diese Gebärde verwende ich nicht ganz so regelmäßig: Das hieß dann wohl, dass er auch nochmal BADEN bzw. unter die Dusche wollte!

Als Dankeschön, dass er so lange Aufbleiben durfte, KLATSCHTE Leo dann zum Abschluss zum ersten Mal in die Hände. Ich liebe solche Tage!

Weitere Gebärden, die er gern verwendet, sind SCHNULLER, TANZEN (er tanzt dann im Autositz, wenn ich das Radio anmachen soll) und SIRENE.

Saumäßig Spaß macht das! Anton fragt mich nach vielen Zeichen, Florian traut sich langsam auch mehr und meine Mama hat die größte Freude an NOCHMAL. Ich hoffe ich fange eine dieser Situationen bald mal in einem Foto ein!

 

 

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Leo ist Eins.

Ostersonntag ist der Li-La-Launebär offiziell vom Baby zum Kleinkind geworden und es hat den Anschein, dass er nun beschlossen hat, groß zu sein.

Wie der einen schon veräppeln kann! Wie er sich freut, wenn er weiß, dass er gerade etwas unerwünschtes tut und dabei erwischt wird (Blumenerde ausbuddeln und essen)!

Der Tag war toll, Anton und ich haben für schöne Osterdeko gesorgt (bemalte Eier, Watteküken und Kresseeier schon seit Wochen) und er hatte mir tags zuvor ganz doll beim Backen geholfen. Den Geburtstagsfrühstückstisch hatten wir abends schon gedeckt, so dass Leo direkt von Luftballons, Girlande und Kerzenkarawane begrüßt wurde. Unser Geschenk an ihn war dieser Rutscher:

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Nur ein Geschenk? Anton hat damals tatsächlich viel mehr bekommen. Aber Fakt ist: Leo spielt hauptsächlich mit Antons Sachen, interessiert sich bisher NULL für Bücher (mit Anton haben wir mit 10 Monaten schon abends bis zu SIEBEN Bücher angesehen), hat sehr viel Baby- bzw. Kleinkindspielzeug von Anton, ignoriert sogar seine tollen Weihnachtsgeschenke weitestgehend… was soll man also auf Krampf noch mehr anschaffen, wo doch die Verwandten auch alle noch was mitbringen?

Den Rutscher findet er toll. Ich hab bewusst nach einem gesucht, der keine Geräusche macht und der ein Staufach hat. Diesen hier kann man sogar noch als Lauflernwagen benutzen, Leo schiebt ihn fröhlich vor sich her und er fällt dank Kippschutz nicht nach hinten um!

Von Verwandten und Freunden ist noch folgendes (meist auf Wunsch) dazugekommen:

Die ersten richtigen Schuhe (noch hypothetisch)
zuckersüße Filzpantoffeln mit Harlekinbommeln
Sandspielzeug
zwei Bücher
ein toller Kipplaster von BIG
Geld zum fröhlichen Klamottenshoppen
ein weiterer Rutscher (überraschend, nicht im Bild)
ein gebasteltes Bild von Anton

Zu Ostern gab es noch Waschhandschuhe und den kleinen Hasen, der da oben im Laster sitzt.

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Da es Ostersonntag war, stand der Tag erstmal im Zeichen des Hasens und Anton suchte fleißig Ostereier und kleine Überraschungen im Garten. Auf dem Esstisch standen für beide Kinder neue Tassen mit der Raupe Nimmersatt und Anton hätte dazu eigentlich nur noch Schokoeier bekommen sollen, ich habe aber sehr kurzfristig noch ein paar Kleinigkeiten für ihn gefunden. Und nicht gesucht! Das sind dann doch die besten und er hat sich so sehr gefreut!! Es gab einen blauen Polizeipropeller (Windrad) für sein Fahrrad, ein großes Kissen mit einem Kaninchen und eine neue Sonnenbrille, die in einem großen Pappei versteckt war.

Das Hasenkissen musste mit uns frühstücken und bekam auch Geschirr und eine Möhre. Auf einen Becher bestand es trotzdem.

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Die Hasenohren hatten wir schon am Karfreitag zusammen gebastelt, Anton trug sie die ganzen Ostertage hindurch, dazu auch das Körbchen, dass ich ihm am Samstagmorgen schnell gebastelt hatte. Er klebte sich noch selbstgemalte Eier daran und es begleitete ihn zur Freude seiner Kumpels mit zum Osterfeuer.

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Wir haben das alles übrigens MORGENS gebastelt. Florian und ich hatten Schichtbetrieb beschlossen, weil Leo neuerdings echt früh wach wird (aber dafür DURCHSCHLÄFT!!). Weil ich frühmorgens nicht zurechnungsfähig bin, übernahm er die erste Schicht bis 8 (die aber er aber meist erst um halb 9 einlöste) und ging dann selbst nochmal mit Leo bis 10 schlafen, holte danach Brötchen und ich konnte mit Anton und Kaffee Zeit verbringen. Freitag hatte ich wohl Speed im Kaffee, jedenfalls entstanden nicht nur die Ohren für Anton, sondern auch noch welche für die Eier und wir buken sogar spontan und zum ersten und erfolgreichen Mal Osternester! Da war Florian ziemlich baff. Lasset das Weib ausschlafen und ihr erfahret Wunder, sag ich nur!

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Die Tage waren alle super harmonisch und sind es noch. Das betone ich, weil ich ansonsten eher Erziehungsratgeber wälze und mich bei meiner Freundin auskotze, die schon lange hauptsächlich Gemecker über Anton von mir hört. Es ist schwierig. Aber seit Donnerstag ist es super, die normalen Aussetzer eines willensstarken Fastfünfjährigen sind einkalkuliert. Und Eltern werden mir beipflichten: Der Akku ist meistens sehr schnell wieder aufgeladen, oder wie ich sonst immer vergleiche: Das Fass ist nicht mehr überschwappend voll, ich habe wieder Luft nach oben – sprich Geduld.

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Sonntag war also durchweg wunderbar. Am Nachmittag kam die Familie zum Kaffee und unsere Eltern blieben noch bis später am Abend, wir bestellten Pizza und quatschten, Florian und ich saßen anschließend noch eine Weile am Tisch, räumten nichts auf und tranken noch ein Glas auf den gelungenen Tag. Leo war bis zum Ende eine gutgelaunte Freude ohne Mittagsschlaf!

Das einzig nennenswerte, was ich gebacken habe, sind diese unglaublich köstlichen Bisquitschnecken nach dem Rezept von Carrots for Claire. Der Chilenische Pfirsichkuchen aus der Rosins Restaurants-Reihe war lecker, aber zu trocken, weil falsche Backform. Die Mini-Amerikaner waren auch zu trocken, aber süß, weil wie Küken und Ostereier dekoriert. Ich versuche beim Backen Zucker zu ersetzen und verwende kein Weizenmehl. Manchmal ist das einfach nicht lecker. Die Bisquitschnecken hatte ich schon testgebacken und sind mir gleich beim ersten Mal gelungen.

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Montag war ruhig und verregnet, die Jungs probierten die neuen Geschenke aus, unsere Nachbarn besuchten uns nachmittags, die Kinder spielten, wir genossen die Zeit. Dienstag verschliefen wir unbewusst, weil eine Uhr noch nicht umgestellt war. Und weil wir den entspannten Anton plötzlich ruckizucki in den Kindergarten hätten fahren müssen, blieb er noch einen Tag bei mir zu Hause.

Leo ist also Eins. Was kann ich euch über ihn erzählen? Er schafft schon vorsichtige zwei Schrittchen allein, liebt es zu tanzen, ist eigentlich immer gut gelaunt, kann anderenfalls schnell wieder aufgeheitert werden. Er isst gerne und gut, zur Zeit sind wir überraschend wieder bei „Brei“ gelandet, also bei zermatschtem Essen oder eben tatsächlich Frühstücksbrei. Das liegt daran, dass er unbedingt alleine essen möchte und das Essen hält nunmal auf dem Löffel am besten in Breiform. Auf reines Fingerfood hat er grad nicht viel Lust, auch Stücke werden vorzugweise aufgespießt. Er lässt sich sogar füttern, weil er einfach Hunger hat! Sein Lieblingsfrühstück sind der Alnatura Couscous-Frühstücksbrei oder banaler Haferbrei, er liebt Obst über alles, Mango, Banane, Kiwi, angedünstete Apfel- und Birnen (leichter zu essen mit 6 Zähnchen). Mittags ist es unkompliziert, eigentlich mag er alles, nur Blumenkohl ist nicht sein Ding. Und Mais, habe ich heute rausgefunden. Zum Abendbrot mag er es abwechslungsreich und ziemlich abgefahren: Ein bisschen Avocado hier, etwas Räucherlachs da, Heringsstücke aus dem roten Heringssalat, Brot mit Aufstrichen (Hummus/Tahini, Hummus mit getrockneter Tomate, Curry/Mango, Cashewmus, alles von Budni bzw. dm)

Und weil er nun Eins ist, hab ich heute auch Honig eingeführt, bis auf Quark ist alles andere längst auf dem Speiseplan 🙂

Er ist nicht sehr kuschelig, genießt aber kurze Schmuseattacken. Er nimmt ALLES in den Mund, das kenne ich von Anton gar nicht. Der hatte schon sehr früh Mumeln, weil ich wusste, dass sie ihm nicht gefährlich werden. Vor Leo ist nichts sicher. Der muss alles untersuchen, befühlen, schmecken, kauen. Er hat auch sofort rausgefunden, wie der Perlonstrumpf vom Blumentopf runtergeht. Jetzt ist er festgeklebt. Er mag keinen Wind und keine Kälte, Anton würde bei jedem Wetter ohne Mütze und Schal und mit offener Jacke rausgehen. Er hasst es gewickelt zu werden, er hasst es „zur Beruhigung“ an den Händen angefasst zu werden. Teller gehören auf den Fußboden. Besteck mittlerweile nicht mehr. Wenn er mit Essen fertig ist, dreht er den Teller um oder zermatscht die Reste zwischen den Fingern. Er versucht sich an „Mama“, „Papa“ und „Anton“, wobei letzteres „Aaataaaaa“ ausgesprochen wird und vorzugweise morgens um 6 in Richtung Antons Bett gerufen wird.  Er liebt seinen Bruder abgöttisch. Das verdeutlicht er gern durch Gozilla-artige Lego-Zerstörung. Er sagt auch „mmma“, was manchmal „Oma“ heißt“ und manchmal „nochmal“. Aber gebärden tut er zur Zeit leider überhaupt nicht mehr. Ich bleibe dran. Kopfschütteln ist immerhin Zustimmung.

Eben musste Florian ihm eine extra Flasche machen, während ich den Tobsüchtigen auf meinem Arm kurz wüten ließ. Ich versuche ihn nichtmal mehr zu beruhigen in diesen Momenten. Er dreht so durch, bäumt sich auf, drückt sich durch, brüllt, kreischt, da kommt man nicht an ihn ran. Und kaum ist die Flasche im Mund – Stille. „Papa kommt gleich, Papa macht eine Flasche Milch“ ist nur für mich das Mantra.  Das sind aber auch die einzigen anstrengenden Momente, selbst mit der Anhänglichkeit zu Sprungzeiten komme ich ganz gut zurecht. Gerade steckt er wieder in so einem Sprung und man sieht ihm an, dass er jeden Tag mehr kombiniert und versteht!

Ansonsten alles schicko. Wir waren im Urlaub, kurz davor hatte er einen Krampf, der aber aus dem Fieber resultierte, was er auch die Hälfte der Urlaubszeit nicht los wurde. Normalerweise ist er nach wie vor anfallsfrei, Ende April ist der nächste EEG-Termin!

Die Neuigkeiten über eventuell einschneidende Veränderungen lassen auf sich warten. Wir sind auf Mai vertröstet, ich vertröste euch auch. Nein, kein weiteres Baby 🙂

Ich könnte mir angewöhnen, wieder öfter zu bloggen, dann müsste ich nicht solche Romane verfassen.

Gute Nacht!

 

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23:22 Uhr, genug gefacebookt, geyoutubet, nach Geburtstagsgeschenk gesurft.

Jetzt warte ich noch, dass es Mitternacht wird, damit der Mini seine Medizindosis bekommt, bevor er hoffentlich genau wie letzte Nacht DURCHSCHLÄFT (Das hatte er mit 6 Monaten plötzlich wieder beendet). Wäre ich nicht selbst so spät im Bett, könnte man mich morgens als ausgeschlafen bezeichnen, aber ich kann mich nie aufraffen, endlich mal schlafen zu gehen.

Somit nutze ich die Zeit und hier mal ein Update reinzusetzen. Ist ja ein trauriges Örtchen hier, nix los, keine Neuigkeiten. Dabei denke ich bestimmt täglich in bestimmten Situationen „Das könnste bloggen!“ und dann hab ich wieder keine Zeit/keine Lust/keine Gelegenheit. Nichtmal das Wissen, dass ich den Babyblog von Anton so gern nachträglich lese, treibt mich an. Ich tummele mich gern ein bisschen bei Instagram in letzter Zeit und ich genieße einfach die Computerlose Zeit mit den Kindern.

Nagut. Ich habe auch keine Chance, tagsüber irgendetwas am Computer zu machen, denn Leo -nunmehr 10 1/2 Monate alt!- ist ganz verrückt nach dem Ding. Und er wird stinksauer, wenn ich den Laptop dann aus seiner Greifhöhe nehme.

10 1/2 Monate. 

„Mama, wenn bald wieder Frühling ist, dann können wir doch die Duplo-Eisenbahn draußen wieder aufbauen und sie von der Terrasse in den Garten fahren lassen?“

Hab ich sie nicht gerade erst abgebaut? Die Terrasse winterfest gemacht?

Man sagt ja oft, dass die Zeit so rast, aber das letzte Jahr seit Leos Geburt ist wirklich unverhältnismäßig schnell vergangen. Das Baby ist kaum ein Baby mehr. Nur wenn er schläft 🙂

Wie geht’s den Kindern?

Anton geht’s gut. Wir haben ihn ja nur noch bis mittags im Kindergarten, das scheint ihm gut zu tun. Er ist oft widerborstig und streitlustig, aber ich sehe es positiv: Er wird auch später kein Problem damit haben, sich durchzusetzen. Ein Problem mit Autoritäten aber evtl. schon… Anton kommt im Sommer ja schon in die Vorschule! Also ins letzte Kindergarten-Jahr! Das Daumennuckelabgewöhnen hat leider nicht funktioniert. Mit bemalten Pflastern hielt es eine Woche. Mit schicken Daumenringen sogar DREI! Aber kaum war der letzte Ring geschrottet, war der Daumen wieder drin. Soviel wie vorher. Seine/unsere Lieblingserzieherin Julia sagt, er braucht es einfach noch. Warum auch immer. Nuckelt er nicht am Daumen, hat er seinen Schal oder seine Jacke im Mund. Ich werde bald einen neuen Versuch starten, bestimmt wieder mit Ring. Das war unsere eigene Idee und hat unserem Schmuckliebhaber sehr gefallen! Der erste Ring war rot (liebste Lieblingsfarbe) mit einem Herz und von ihm ganz allein ausgesucht.

Leo geht’s sehr gut, wenn man mal davon absieht, dass er halt Epileptiker ist. Er hatte Anfang Januar zwei Krampfanfälle, nachdem das stärkere der beiden Medikamente abgesetzt war. Ich hatte es kommen sehen, war auch nicht sonderlich geschockt. Nun ist sein verbleibendes Medikament etwas anders dosiert und gleichmäßig auf 24 Stunden verteilt, was bedeutet, dass ich ihm um 24 Uhr eine Dosis geben muss.

Leo verweigert ja seit Monaten Nahrung in Breiform. Das nennt sich ja -wenn man’s freiwillig macht- modern Baby Led Weaning. Ich habe aber gar keine andere Wahl. Zum Glück ist er (noch) fast alles und vor allem unser Lieblingsessen: Ofengemüse mit Frikadellen. Und Antons Lieblingsessen: Kartoffelbrei mit Spinat und Ei! Ich werde kreativ mit Bratlingen, damit er gleich eine volle Mahlzeit in einem hat und auch genug Eisen bekommt. Obst geht bei ihm immer, manchmal hab ich Glück und er lässt sich mit Müsli oder Haferbrei füttern, er will aber viel lieber selbst den Löffel halten oder eben mitten reingrapschen in die Matsche. Ja, wäre sicherlich eine tolle haptische Erfahrung für ihn.

Was er so kann. Frei stehen kann er seit neuestem ziemlich gut. Es wird immer länger und wenn er dabei was in der Hand hat, steht er schon wie ne Eins. Ansonsten hüpft er unglaublich gern und liebt den Türhopser. Der ist Gold wert, denn im Badezimmer ist eine ebenerdige Dusche mit Vorhang die ihn magisch anzieht, auch wenn sie pitschenass ist. Und so hüpft er wie bekloppt, wenn ich Anton bettfertig mache. Er fährt gern Auto, geht gern einkaufen, möchte aber in erster Linie rumkrabbeln und ist dabei auch ziemlich unbedarft. Ein Sicherheitsblick in meine Richtung und weg ist er! Getragen wird er gar nicht so gern, es sei denn ich bleibe in Bewegung. Kuscheln ist auch nicht sein Ding. Er schläft in seinem Bett ein, wobei ich wie bei Anton sitzen bleibe, bis er schläft. Er würde sonst sofort rausklettern, denn ich muss ihn zurzeit etwas zum schlafen zwingen, sein Körper will einfach immer wieder loslegen, so müde er auch ist. Das funktioniert aber ganz gut und ohne Weinen. Er will ja schlafen.

Leo und Anton sind grundverschieden und soooo ineinander verliebt. Anton ist der tollste große Bruder! Leo ist ganz begeistert von ihm und ignoriert natürlich sämtliche für ihn gedachte Spielzeuge. Anton kriegt natürlich berechtigterweise die Krise, wenn Leo „wieder alles kaputt macht“. Ich krieg ihn meist ganz gut beruhigt, indem ich ihm erkläre, dass einfach alles, was er macht, super spannend für Leo ist und er sein großes Vorbild ist (oha…) Was Anton macht, muss ja cool sein! Wenn Florian nach Hause kommt, ist er der große Held für die Jungs. Anton fliegt in seine Arme und Leo guckt ganz verzückt und macht neuerdings auf schüchtern! Er dreht dann seinen Kopf so seitlich weg und grinst – es ist zum küssen!

Wir fahren bald für eine Woche in den Urlaub nach Liechtenstein ins Hotel Gorfion. Dort gebe ich als babySignal-Kursleiterin an fünf Tagen Urlaubskurse und den Rest der Zeit genießen wir das Familienhotel. Ich zähle wirklich die Tage! Wir müssen hier dringend mal raus und ungestörte Familienzeit haben. Die babySignal-Kurse biete ich auch in Winsen wieder an, der nächste startet dann auch schon im März!

Mir geht’s auch gut. Ich stille seit etwa zwei Woche nicht mehr und das ist gut so. Leo hatte keine Einwände, bekommt jetzt abends eine Flasche Pre-Milch und ist damit sehr glücklich. Und was ich nicht gedacht hätte: Körper & Geist bei mir verändern sich dadurch grad sehr. Ich habe die Stillzeit mit Leo zwar gern gemacht, aber jetzt merke ich erst, dass ich mich selbst vor lauter Leo-Liebeshormonen nicht mehr gespürt habe. Ich merke es, weil ich es jetzt wieder tue! Nehme ganz andere Dinge war, nehme meinen Mann anders wahr, habe meine Körper wieder zurück! Fühlt sich gut an! Ich werde nächste Woche mal bei FitFight reinschnuppern, denn jetzt habe ich auch Lust auf Sport und dank Flasche und Liebe zum Papa ist das auch wieder möglich!

Und nun hat der Wurm bald schon 1. Geburtstag… eigentlich braucht er wirklich nichts. Ich suche grad nach nem hübschen Rutscher mit Staufach und vielleicht gibt’s den Regenborgen von Grimms.

Es ist Mitternacht. Jetzt kann ich schlafen gehen. Vielleicht hab ich ja bald mal wieder Zeit und Lust was zu schreiben, dann gibt’s evtl. ziemlich einschneidende Neuigkeiten… Gute Nacht!

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