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Archive for the ‘Der Lütte’ Category

Anton geht seit gestern wieder ganztags in den Kindergarten. Das hatten wir seit November ausgesetzt, weil ihm das nicht gut getan hat. Nun ist die Lage eine andere, er ist im letzten Kita-Jahr, dadurch beitragsfrei und seine Papageien-Gruppe hat einen eigenen Raum in der oberen Etage bekommen. Es herrscht also mehr Ruhe für ihn, er hat eine feste kleine Gruppe (10 Kinder) und er ist einfach mal viel älter geworden und hat sich ganz stark weiterentwickelt. An nur zwei Tagen die Woche ist er nun bis 16 Uhr im Kindergarten und isst auch wieder dort. Mittwochs ist er bei Oma H. und dort gibt’s traditionell Pfannkuchen und donnerstags ist Oma D. immer hier, Anton somit auch. Er will ja was von seinen Omas haben. Freitags sind die Kinder in der Turnhalle und ich finde dass das ein schöner Abschluss in’s Wochenende ist, somit ist das unser gemeinsamer Mittagessen-Tag mit ihm, mir und Leo. Dann darf Anton auch (mit-)bestimmen, was es geben soll. Wird also der Pommes/Tortellini-Tag 🙂

Ihr könnt schon erkennen, dass Antons Lieblingsessen keine besonders große Varianz aufweisen. Und außerdem ist -entgegen aller Empfehlungen- an ein harmonisches Essen selten zu denken. Wie auch, wenn man nach dem Kindergarten zu Hause sofort in den typischen „Was gibt’s denn? – Mag ich nicht!“-Dialog verfällt. Es fällt mir leider extrem schwer, seine Ablehnung nicht persönlich zu nehmen. Er findet essen per se „langweilig“

„Immer dieses Sitzen, Essen in den Mund stecken, kauen… das ist doch langweilig!“ Er genießt nicht, für ihn ist Essen nur das Stopfen des Lochs im Magen, das er eher selten fühlt. Gemeinsam am Tisch sitzen ist für ihn kein schönes Familienerlebnis, sondern eine schnellstmöglich abzuhandelnde Aufgabe. Eher lästig. Schwiegermama und Schwägerin erkennen seinen Vater als Kind in ihm. Antons Papa hatte wohl ähnliche Vorlieben (keine Brotrinde, Gemüse nur in Form von Mais und Erbsen, keine Aufläufe, kein Brotbelag…)

Wenn ich seine Liste der Dinge, die er mag, aber mit anderen Kindern vergleiche, isst er sogar noch abwechslungsreich! Da gibt’s die Jungs, die täglich Kartoffeln mit Quark (aber nur einem ganz bestimmten!) essen, jene, die seit 5 Jahren jeden Abend Honigbrot essen, die, die keine Eier mögen, keine Äpfel mit Schale, keine Äpfel ohne Schale, keine Gurken, Tomaten, Nudeln,.. alles dabei. Sogar keine Erdbeeren!! Wie kann man keine Erdbeeren mögen?

Insofern sind wir gar nicht so schlecht aufgestellt. Eigentlich. Trotzdem ist Mittagessen hier oft ein Kampf. Diese komische Probier-Regel ist auch unnütz, wenn das Kind schon vorher beschlossen hat, das Probierobjekt sowieso nicht mögen zu werden. Egal ob es dann vielleicht doch schmeckt, der Stolz siegt. „Also bei uns gilt die Regel, dass alles probiert werden, aber nichts aufgegessen werden muss.“ Ich hab’s versucht, was ist der Sinn darin, ein Kind zum probieren zu zwingen? Wie soll dieses Zwingen überhaupt gehen? Da muss schon eine gewisse Probierbereitwilligkeit vorliegen.

Dinge, die Anton schon mehrmals gegessen hat, müssen trotzdem nochmal „probiert“ werden, egal wie sehr ich ihm versichere, dass er es jedesmal sehr gerne mochte. Stichwort „Quarkkeulchen mit Kompott“. Endlich, endlich darf das Gericht auf seine Liste, er glaubt es mir jetzt.

Der Witz ist aber, dass er gerne völlig verrückte Sachen probiert. Die noch nicht zubereitet sind (roher Waffelteig) , die andere eklig finden (Butter pur), oder die vermeintlich nicht zusammen passen (Leberwurst & Marmelade). Das macht ihm dann Spaß. Aber die Gerichte, die ich koche (und ich kann kochen!!) und über die ich mir vorher Gedanken gemacht habe?

Jedenfalls. Jedenfalls isst er ja nun nur noch einen Wochentag mittags mit uns. Das gibt mir hier zu Hause ganz neue Möglichkeiten! Ich kann mich kulinarisch austoben, kann wieder so kochen, dass der Mann davon auch was hat (wer nimmt schon Kartoffelpuffer mit zur Arbeit…) und kann Leo auch schon vor dem Mittag schlafen lassen ohne mit dem übermüdeten Zwerg um 12 zum Kiga düsen zu müssen und ihm krampfhaft bis 13 Uhr wach zu halten.

Gestern habe ich mir gleich zwei tolle Rezepte rausgesucht, die den Anfang machen. Das hier:

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Äh, nee. Zu spät. Ich meine das hier 🙂

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Kürbisrisotto! Mit allem drum und dran (Weißwein, Parmesan, Brühe angießen…) und haufenweise Butternut-Kürbis. Es war so köstlich! Rezept hier.

Heute gab es aus meinem Rezeptsammelsurium diese Couscous-Burger, die Leo und ich einfach mit Schmortomaten gegessen haben (Cherrytomaten, 1 EL Öl, 1 EL Balsamico, 180 im Ofen bis sie aufgeplatzt sind und verboten gut aussehen!).

180g gekochter Couscous wird mit 400g (AG) pürierten, großen, weißen Bohnen, 1 EL Mehl, 1 Bund Petersilie, 2 Knoblauchzehen, Pfeffer, Salz und Gewürzen nach Wahl vermischt, 30 Min im Kühlschrank gelagert und zu Buletten geformt. Ich nehme dabei immer gern Vollkornbrösel zur Hilfe, das erleichert das Formen und Braten. 4 Min von jeder Seite braten. Der Mann bekommt sie heute nachmittag im Burgerbrötchen mit Salat und Gurke, wir sind pur mit einem Klecks Sour Creme geblieben.

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Leo hat schon vor dem Essen geschlafen, weil er sich bei der Vorbereitung zur mir auf die Arbeitsplatte gesetzt hatte und genussvoll weiße Bohnen und gekochten Couscous genascht hat. Und ausgehungert nach zweistündigem Nickerchen hat er sich auf die Burger und vor allem die Tomaten gestürzt.

Das gibt mir ein bisschen Genugtuung 🙂 Nach all der Zeit, in der mein Essen verschmäht wurde, schätzt nun endlich jemand zur Mittagszeit meine Bemühungen. Und so kann’s jetzt weitergehen. Ich bin sonst nicht so der Essensfotografierer, aber dann und wann werde ich besonders leckere Rezepte bestimmt mal wieder dokumentieren. Gut’n!

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Anton war seit Babyzeit ein Bücherjunkie. Bis heute ist es erstaunlich, wie konzentriert und ausdauernd er zuhört und mitmacht beim Bücher lesen. Er ist Fünf und gestern begann mein Mann tatsächlich ihm den Hobbit vorzulesen! Der Hobbit ist ja sogar ein Kinderbuch, aber vielleicht nicht gerade für Fünfjährige könnte man meinen. Er hat ihm vorgelesen, bis alle Zwerge bei Bilbo Beutlin angekommen waren – Kenner wissen, dass das ne ganze Weile dauert!

Das ist aber auch das einzige Buch, das seinem Alter so sehr voraus ist. Ansonsten steht er -wie andere Fünfjährige- voll auf Drache Kokosnuss und Michel aus Lönneberga (er sieht auch so aus 😀 )

Und dann ist da Leo.

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Leo pfeift auf Bücher. Das hatte ich bereits mehrmals erwähnt. Da ich mich im Internet gern auf Seiten tummle, die irgendwie mit moderner Elternschaft zu tun haben und mir aus allen Bereichen Dinge für mich heraussuche, die zu uns passen, bin ich über Eltern vom Mars auf die Idee gekommen, Bücher mit Gegenständen zu kombinieren und sie somit mit Leo mehr zu bespielen als sie Seite für Seite vorzulesen! Das zieht zumindest für einen Moment seine Aufmerksamkeit.

Und: Es lässt sich phantastisch mit Gebärden kombinieren! Montessori meets Babygebärden!

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Ich habe eine Kiste für ihn bereitgestellt, an die er jederzeit herankommt und die fertig sortiert ist: 3 Bauernhof-Bücher, die mir sehr gut gefallen und passend dazu alle Tiere, die ich hier gefunden habe, die im Buch vorkommen und ein Trecker. Was zu Montessori passt: Die „echten“ Tiere, die „echten“ Sounds im Geräusche-Buch und das System der „Körbchen“. Was nicht zu Montessori passt: Bodo Bär als bekleidete, aufrechtgehende Hauptperson und die Plastikkiste statt des Weidenkörbchens. Wenn man mal ganz pingelig ist: Ihr seht, ich nutze die Idee und setzte sie so um, dass sie zu mir passt.

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Ich liebe Bodo Bär-Bücher, weil ich die Illustrationen so schön finde, weil sie kunterbunt sind und weil wir uns trotz Menschsein in seinen Alltagssituationen wiederfinden. Und Anton hat sich nie die Frage gestellt, wie es denn sein kann, dass ein Bär sich wie ein Mensch verhält und -nanu!- er hat auch nie erwartet, Bodo Bär im Zoo zu treffen. Die können das ganz gut differenzieren, die Kleinen.

Beginne ich also das Spiel, lege ich die Bücher auf den Boden und lasse Leo entscheiden, welches er ansehen will. Meist sind es gleich zwei und eigentlich hat er auch mehr Interesse daran, die Kiste ein- und auszupacken. Aber es klappt jedes Mal ein bisschen besser (ich mach das ja erst seit ein paar Tagen unregelmäßig) – ich zeige ihm die passenden Tiere und die Tierlaute, ich erzähle, was sie gerade tun, ich gebärde dazu, ziehe seinen Blick kurzzeitig auf mich, indem ich das Tier langsam zu meinem Gesicht führe, ich zeige ihm die Gebärde für „das gleiche“ und ich erinnere ihn an vergangene Situationen (Du hast eine Katze gesehen, Du hast die Hühner mit Gras gefüttert, …). Nicht immer alles, eben so wie es grad passt.

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Jetzt wollt ihr lesen, dass er sich damit stuuuundenlang beschäftigen kann 😀 Nein. Der Spaß hält vielleicht mal 5 oder 10 Minuten an. Aber er nimmt die Tiere auch selbst in die Hand und lässt sie über das Buch laufen oder picken, er drückt den Sound-Knopf und er zeigt mir NOCHMAL, wenn ihm etwas gut gefallen hat. Und dann geht er. Und dann waren es sehr schöne 5-10 Minuten!

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Die Bücher unserer Wahl, weil wir sie alle schon da hatten: Bodo Bär auf dem Bauernhof, Mein großes Bauernhof-Fühlbuch (die Teile zum Fühlen hätte ich mir realistischer gewünscht. Aber es geht einfach nur darum, überhaupt etwas fühlen zu können, ein bisschen schade) und Hörst Du die Tiere vom Bauernhof, was Teil einer großartigen Reihe von Sound-Büchern mit echten Geräuschen ist. (Das ist keine Werbung, ich hab nix davon).

 

 

 

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Anton hat mit Fingerstempeln eine Vogelfamilie getupft und bat mich darum, sie nun noch „schmücklig“ zu machen. Eine eigene Wortkreation, die soviel heißt wie „aufgehübscht“ und so viel wundervoller und bildlicher ist.

Das Wort wandert ab sofort in unseren Wortschatz.

Und in diesen Blog.

 

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Leo ist Eins.

Ostersonntag ist der Li-La-Launebär offiziell vom Baby zum Kleinkind geworden und es hat den Anschein, dass er nun beschlossen hat, groß zu sein.

Wie der einen schon veräppeln kann! Wie er sich freut, wenn er weiß, dass er gerade etwas unerwünschtes tut und dabei erwischt wird (Blumenerde ausbuddeln und essen)!

Der Tag war toll, Anton und ich haben für schöne Osterdeko gesorgt (bemalte Eier, Watteküken und Kresseeier schon seit Wochen) und er hatte mir tags zuvor ganz doll beim Backen geholfen. Den Geburtstagsfrühstückstisch hatten wir abends schon gedeckt, so dass Leo direkt von Luftballons, Girlande und Kerzenkarawane begrüßt wurde. Unser Geschenk an ihn war dieser Rutscher:

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Nur ein Geschenk? Anton hat damals tatsächlich viel mehr bekommen. Aber Fakt ist: Leo spielt hauptsächlich mit Antons Sachen, interessiert sich bisher NULL für Bücher (mit Anton haben wir mit 10 Monaten schon abends bis zu SIEBEN Bücher angesehen), hat sehr viel Baby- bzw. Kleinkindspielzeug von Anton, ignoriert sogar seine tollen Weihnachtsgeschenke weitestgehend… was soll man also auf Krampf noch mehr anschaffen, wo doch die Verwandten auch alle noch was mitbringen?

Den Rutscher findet er toll. Ich hab bewusst nach einem gesucht, der keine Geräusche macht und der ein Staufach hat. Diesen hier kann man sogar noch als Lauflernwagen benutzen, Leo schiebt ihn fröhlich vor sich her und er fällt dank Kippschutz nicht nach hinten um!

Von Verwandten und Freunden ist noch folgendes (meist auf Wunsch) dazugekommen:

Die ersten richtigen Schuhe (noch hypothetisch)
zuckersüße Filzpantoffeln mit Harlekinbommeln
Sandspielzeug
zwei Bücher
ein toller Kipplaster von BIG
Geld zum fröhlichen Klamottenshoppen
ein weiterer Rutscher (überraschend, nicht im Bild)
ein gebasteltes Bild von Anton

Zu Ostern gab es noch Waschhandschuhe und den kleinen Hasen, der da oben im Laster sitzt.

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Da es Ostersonntag war, stand der Tag erstmal im Zeichen des Hasens und Anton suchte fleißig Ostereier und kleine Überraschungen im Garten. Auf dem Esstisch standen für beide Kinder neue Tassen mit der Raupe Nimmersatt und Anton hätte dazu eigentlich nur noch Schokoeier bekommen sollen, ich habe aber sehr kurzfristig noch ein paar Kleinigkeiten für ihn gefunden. Und nicht gesucht! Das sind dann doch die besten und er hat sich so sehr gefreut!! Es gab einen blauen Polizeipropeller (Windrad) für sein Fahrrad, ein großes Kissen mit einem Kaninchen und eine neue Sonnenbrille, die in einem großen Pappei versteckt war.

Das Hasenkissen musste mit uns frühstücken und bekam auch Geschirr und eine Möhre. Auf einen Becher bestand es trotzdem.

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Die Hasenohren hatten wir schon am Karfreitag zusammen gebastelt, Anton trug sie die ganzen Ostertage hindurch, dazu auch das Körbchen, dass ich ihm am Samstagmorgen schnell gebastelt hatte. Er klebte sich noch selbstgemalte Eier daran und es begleitete ihn zur Freude seiner Kumpels mit zum Osterfeuer.

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Wir haben das alles übrigens MORGENS gebastelt. Florian und ich hatten Schichtbetrieb beschlossen, weil Leo neuerdings echt früh wach wird (aber dafür DURCHSCHLÄFT!!). Weil ich frühmorgens nicht zurechnungsfähig bin, übernahm er die erste Schicht bis 8 (die aber er aber meist erst um halb 9 einlöste) und ging dann selbst nochmal mit Leo bis 10 schlafen, holte danach Brötchen und ich konnte mit Anton und Kaffee Zeit verbringen. Freitag hatte ich wohl Speed im Kaffee, jedenfalls entstanden nicht nur die Ohren für Anton, sondern auch noch welche für die Eier und wir buken sogar spontan und zum ersten und erfolgreichen Mal Osternester! Da war Florian ziemlich baff. Lasset das Weib ausschlafen und ihr erfahret Wunder, sag ich nur!

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Die Tage waren alle super harmonisch und sind es noch. Das betone ich, weil ich ansonsten eher Erziehungsratgeber wälze und mich bei meiner Freundin auskotze, die schon lange hauptsächlich Gemecker über Anton von mir hört. Es ist schwierig. Aber seit Donnerstag ist es super, die normalen Aussetzer eines willensstarken Fastfünfjährigen sind einkalkuliert. Und Eltern werden mir beipflichten: Der Akku ist meistens sehr schnell wieder aufgeladen, oder wie ich sonst immer vergleiche: Das Fass ist nicht mehr überschwappend voll, ich habe wieder Luft nach oben – sprich Geduld.

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Sonntag war also durchweg wunderbar. Am Nachmittag kam die Familie zum Kaffee und unsere Eltern blieben noch bis später am Abend, wir bestellten Pizza und quatschten, Florian und ich saßen anschließend noch eine Weile am Tisch, räumten nichts auf und tranken noch ein Glas auf den gelungenen Tag. Leo war bis zum Ende eine gutgelaunte Freude ohne Mittagsschlaf!

Das einzig nennenswerte, was ich gebacken habe, sind diese unglaublich köstlichen Bisquitschnecken nach dem Rezept von Carrots for Claire. Der Chilenische Pfirsichkuchen aus der Rosins Restaurants-Reihe war lecker, aber zu trocken, weil falsche Backform. Die Mini-Amerikaner waren auch zu trocken, aber süß, weil wie Küken und Ostereier dekoriert. Ich versuche beim Backen Zucker zu ersetzen und verwende kein Weizenmehl. Manchmal ist das einfach nicht lecker. Die Bisquitschnecken hatte ich schon testgebacken und sind mir gleich beim ersten Mal gelungen.

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Montag war ruhig und verregnet, die Jungs probierten die neuen Geschenke aus, unsere Nachbarn besuchten uns nachmittags, die Kinder spielten, wir genossen die Zeit. Dienstag verschliefen wir unbewusst, weil eine Uhr noch nicht umgestellt war. Und weil wir den entspannten Anton plötzlich ruckizucki in den Kindergarten hätten fahren müssen, blieb er noch einen Tag bei mir zu Hause.

Leo ist also Eins. Was kann ich euch über ihn erzählen? Er schafft schon vorsichtige zwei Schrittchen allein, liebt es zu tanzen, ist eigentlich immer gut gelaunt, kann anderenfalls schnell wieder aufgeheitert werden. Er isst gerne und gut, zur Zeit sind wir überraschend wieder bei „Brei“ gelandet, also bei zermatschtem Essen oder eben tatsächlich Frühstücksbrei. Das liegt daran, dass er unbedingt alleine essen möchte und das Essen hält nunmal auf dem Löffel am besten in Breiform. Auf reines Fingerfood hat er grad nicht viel Lust, auch Stücke werden vorzugweise aufgespießt. Er lässt sich sogar füttern, weil er einfach Hunger hat! Sein Lieblingsfrühstück sind der Alnatura Couscous-Frühstücksbrei oder banaler Haferbrei, er liebt Obst über alles, Mango, Banane, Kiwi, angedünstete Apfel- und Birnen (leichter zu essen mit 6 Zähnchen). Mittags ist es unkompliziert, eigentlich mag er alles, nur Blumenkohl ist nicht sein Ding. Und Mais, habe ich heute rausgefunden. Zum Abendbrot mag er es abwechslungsreich und ziemlich abgefahren: Ein bisschen Avocado hier, etwas Räucherlachs da, Heringsstücke aus dem roten Heringssalat, Brot mit Aufstrichen (Hummus/Tahini, Hummus mit getrockneter Tomate, Curry/Mango, Cashewmus, alles von Budni bzw. dm)

Und weil er nun Eins ist, hab ich heute auch Honig eingeführt, bis auf Quark ist alles andere längst auf dem Speiseplan 🙂

Er ist nicht sehr kuschelig, genießt aber kurze Schmuseattacken. Er nimmt ALLES in den Mund, das kenne ich von Anton gar nicht. Der hatte schon sehr früh Mumeln, weil ich wusste, dass sie ihm nicht gefährlich werden. Vor Leo ist nichts sicher. Der muss alles untersuchen, befühlen, schmecken, kauen. Er hat auch sofort rausgefunden, wie der Perlonstrumpf vom Blumentopf runtergeht. Jetzt ist er festgeklebt. Er mag keinen Wind und keine Kälte, Anton würde bei jedem Wetter ohne Mütze und Schal und mit offener Jacke rausgehen. Er hasst es gewickelt zu werden, er hasst es „zur Beruhigung“ an den Händen angefasst zu werden. Teller gehören auf den Fußboden. Besteck mittlerweile nicht mehr. Wenn er mit Essen fertig ist, dreht er den Teller um oder zermatscht die Reste zwischen den Fingern. Er versucht sich an „Mama“, „Papa“ und „Anton“, wobei letzteres „Aaataaaaa“ ausgesprochen wird und vorzugweise morgens um 6 in Richtung Antons Bett gerufen wird.  Er liebt seinen Bruder abgöttisch. Das verdeutlicht er gern durch Gozilla-artige Lego-Zerstörung. Er sagt auch „mmma“, was manchmal „Oma“ heißt“ und manchmal „nochmal“. Aber gebärden tut er zur Zeit leider überhaupt nicht mehr. Ich bleibe dran. Kopfschütteln ist immerhin Zustimmung.

Eben musste Florian ihm eine extra Flasche machen, während ich den Tobsüchtigen auf meinem Arm kurz wüten ließ. Ich versuche ihn nichtmal mehr zu beruhigen in diesen Momenten. Er dreht so durch, bäumt sich auf, drückt sich durch, brüllt, kreischt, da kommt man nicht an ihn ran. Und kaum ist die Flasche im Mund – Stille. „Papa kommt gleich, Papa macht eine Flasche Milch“ ist nur für mich das Mantra.  Das sind aber auch die einzigen anstrengenden Momente, selbst mit der Anhänglichkeit zu Sprungzeiten komme ich ganz gut zurecht. Gerade steckt er wieder in so einem Sprung und man sieht ihm an, dass er jeden Tag mehr kombiniert und versteht!

Ansonsten alles schicko. Wir waren im Urlaub, kurz davor hatte er einen Krampf, der aber aus dem Fieber resultierte, was er auch die Hälfte der Urlaubszeit nicht los wurde. Normalerweise ist er nach wie vor anfallsfrei, Ende April ist der nächste EEG-Termin!

Die Neuigkeiten über eventuell einschneidende Veränderungen lassen auf sich warten. Wir sind auf Mai vertröstet, ich vertröste euch auch. Nein, kein weiteres Baby 🙂

Ich könnte mir angewöhnen, wieder öfter zu bloggen, dann müsste ich nicht solche Romane verfassen.

Gute Nacht!

 

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23:22 Uhr, genug gefacebookt, geyoutubet, nach Geburtstagsgeschenk gesurft.

Jetzt warte ich noch, dass es Mitternacht wird, damit der Mini seine Medizindosis bekommt, bevor er hoffentlich genau wie letzte Nacht DURCHSCHLÄFT (Das hatte er mit 6 Monaten plötzlich wieder beendet). Wäre ich nicht selbst so spät im Bett, könnte man mich morgens als ausgeschlafen bezeichnen, aber ich kann mich nie aufraffen, endlich mal schlafen zu gehen.

Somit nutze ich die Zeit und hier mal ein Update reinzusetzen. Ist ja ein trauriges Örtchen hier, nix los, keine Neuigkeiten. Dabei denke ich bestimmt täglich in bestimmten Situationen „Das könnste bloggen!“ und dann hab ich wieder keine Zeit/keine Lust/keine Gelegenheit. Nichtmal das Wissen, dass ich den Babyblog von Anton so gern nachträglich lese, treibt mich an. Ich tummele mich gern ein bisschen bei Instagram in letzter Zeit und ich genieße einfach die Computerlose Zeit mit den Kindern.

Nagut. Ich habe auch keine Chance, tagsüber irgendetwas am Computer zu machen, denn Leo -nunmehr 10 1/2 Monate alt!- ist ganz verrückt nach dem Ding. Und er wird stinksauer, wenn ich den Laptop dann aus seiner Greifhöhe nehme.

10 1/2 Monate. 

„Mama, wenn bald wieder Frühling ist, dann können wir doch die Duplo-Eisenbahn draußen wieder aufbauen und sie von der Terrasse in den Garten fahren lassen?“

Hab ich sie nicht gerade erst abgebaut? Die Terrasse winterfest gemacht?

Man sagt ja oft, dass die Zeit so rast, aber das letzte Jahr seit Leos Geburt ist wirklich unverhältnismäßig schnell vergangen. Das Baby ist kaum ein Baby mehr. Nur wenn er schläft 🙂

Wie geht’s den Kindern?

Anton geht’s gut. Wir haben ihn ja nur noch bis mittags im Kindergarten, das scheint ihm gut zu tun. Er ist oft widerborstig und streitlustig, aber ich sehe es positiv: Er wird auch später kein Problem damit haben, sich durchzusetzen. Ein Problem mit Autoritäten aber evtl. schon… Anton kommt im Sommer ja schon in die Vorschule! Also ins letzte Kindergarten-Jahr! Das Daumennuckelabgewöhnen hat leider nicht funktioniert. Mit bemalten Pflastern hielt es eine Woche. Mit schicken Daumenringen sogar DREI! Aber kaum war der letzte Ring geschrottet, war der Daumen wieder drin. Soviel wie vorher. Seine/unsere Lieblingserzieherin Julia sagt, er braucht es einfach noch. Warum auch immer. Nuckelt er nicht am Daumen, hat er seinen Schal oder seine Jacke im Mund. Ich werde bald einen neuen Versuch starten, bestimmt wieder mit Ring. Das war unsere eigene Idee und hat unserem Schmuckliebhaber sehr gefallen! Der erste Ring war rot (liebste Lieblingsfarbe) mit einem Herz und von ihm ganz allein ausgesucht.

Leo geht’s sehr gut, wenn man mal davon absieht, dass er halt Epileptiker ist. Er hatte Anfang Januar zwei Krampfanfälle, nachdem das stärkere der beiden Medikamente abgesetzt war. Ich hatte es kommen sehen, war auch nicht sonderlich geschockt. Nun ist sein verbleibendes Medikament etwas anders dosiert und gleichmäßig auf 24 Stunden verteilt, was bedeutet, dass ich ihm um 24 Uhr eine Dosis geben muss.

Leo verweigert ja seit Monaten Nahrung in Breiform. Das nennt sich ja -wenn man’s freiwillig macht- modern Baby Led Weaning. Ich habe aber gar keine andere Wahl. Zum Glück ist er (noch) fast alles und vor allem unser Lieblingsessen: Ofengemüse mit Frikadellen. Und Antons Lieblingsessen: Kartoffelbrei mit Spinat und Ei! Ich werde kreativ mit Bratlingen, damit er gleich eine volle Mahlzeit in einem hat und auch genug Eisen bekommt. Obst geht bei ihm immer, manchmal hab ich Glück und er lässt sich mit Müsli oder Haferbrei füttern, er will aber viel lieber selbst den Löffel halten oder eben mitten reingrapschen in die Matsche. Ja, wäre sicherlich eine tolle haptische Erfahrung für ihn.

Was er so kann. Frei stehen kann er seit neuestem ziemlich gut. Es wird immer länger und wenn er dabei was in der Hand hat, steht er schon wie ne Eins. Ansonsten hüpft er unglaublich gern und liebt den Türhopser. Der ist Gold wert, denn im Badezimmer ist eine ebenerdige Dusche mit Vorhang die ihn magisch anzieht, auch wenn sie pitschenass ist. Und so hüpft er wie bekloppt, wenn ich Anton bettfertig mache. Er fährt gern Auto, geht gern einkaufen, möchte aber in erster Linie rumkrabbeln und ist dabei auch ziemlich unbedarft. Ein Sicherheitsblick in meine Richtung und weg ist er! Getragen wird er gar nicht so gern, es sei denn ich bleibe in Bewegung. Kuscheln ist auch nicht sein Ding. Er schläft in seinem Bett ein, wobei ich wie bei Anton sitzen bleibe, bis er schläft. Er würde sonst sofort rausklettern, denn ich muss ihn zurzeit etwas zum schlafen zwingen, sein Körper will einfach immer wieder loslegen, so müde er auch ist. Das funktioniert aber ganz gut und ohne Weinen. Er will ja schlafen.

Leo und Anton sind grundverschieden und soooo ineinander verliebt. Anton ist der tollste große Bruder! Leo ist ganz begeistert von ihm und ignoriert natürlich sämtliche für ihn gedachte Spielzeuge. Anton kriegt natürlich berechtigterweise die Krise, wenn Leo „wieder alles kaputt macht“. Ich krieg ihn meist ganz gut beruhigt, indem ich ihm erkläre, dass einfach alles, was er macht, super spannend für Leo ist und er sein großes Vorbild ist (oha…) Was Anton macht, muss ja cool sein! Wenn Florian nach Hause kommt, ist er der große Held für die Jungs. Anton fliegt in seine Arme und Leo guckt ganz verzückt und macht neuerdings auf schüchtern! Er dreht dann seinen Kopf so seitlich weg und grinst – es ist zum küssen!

Wir fahren bald für eine Woche in den Urlaub nach Liechtenstein ins Hotel Gorfion. Dort gebe ich als babySignal-Kursleiterin an fünf Tagen Urlaubskurse und den Rest der Zeit genießen wir das Familienhotel. Ich zähle wirklich die Tage! Wir müssen hier dringend mal raus und ungestörte Familienzeit haben. Die babySignal-Kurse biete ich auch in Winsen wieder an, der nächste startet dann auch schon im März!

Mir geht’s auch gut. Ich stille seit etwa zwei Woche nicht mehr und das ist gut so. Leo hatte keine Einwände, bekommt jetzt abends eine Flasche Pre-Milch und ist damit sehr glücklich. Und was ich nicht gedacht hätte: Körper & Geist bei mir verändern sich dadurch grad sehr. Ich habe die Stillzeit mit Leo zwar gern gemacht, aber jetzt merke ich erst, dass ich mich selbst vor lauter Leo-Liebeshormonen nicht mehr gespürt habe. Ich merke es, weil ich es jetzt wieder tue! Nehme ganz andere Dinge war, nehme meinen Mann anders wahr, habe meine Körper wieder zurück! Fühlt sich gut an! Ich werde nächste Woche mal bei FitFight reinschnuppern, denn jetzt habe ich auch Lust auf Sport und dank Flasche und Liebe zum Papa ist das auch wieder möglich!

Und nun hat der Wurm bald schon 1. Geburtstag… eigentlich braucht er wirklich nichts. Ich suche grad nach nem hübschen Rutscher mit Staufach und vielleicht gibt’s den Regenborgen von Grimms.

Es ist Mitternacht. Jetzt kann ich schlafen gehen. Vielleicht hab ich ja bald mal wieder Zeit und Lust was zu schreiben, dann gibt’s evtl. ziemlich einschneidende Neuigkeiten… Gute Nacht!

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Anton hat vor 5 Tagen beschlossen, dass er nicht mehr am Daumen nuckeln möchte.

Ja, mit 4 1/3 wäre das ja auch langsam an der Zeit, so der gesellschaftliche Konsens.

Der Zahnarzt wurde langsam besorgter (obwohl kaum was zu sehen war), der Kita-Zahnarzt hat ihm noch ein Jahr Zeit gegeben.

Ja und dann? fragte unser toller Kinderarzt. Denn diese Zeitangaben sind lächerlich, was will man denn tun? Der Daumen ist nunmal da. Selbst in der Kita haben sie uns beruhigt und gesagt, er brauche das einfach noch.

Wir haben ihn in letzter Zeit vermehrt auf sein Genuckel hingewiesen, hatten wir doch immer mehr den Eindruck, dass das Nuckeln nur noch ein Automatismus ist. Haben ihm ein paar Mal dieses nach Nagellackentferner-schmeckende Zeug draufgetupft. Unter Protest. Und ohne Effekt. Haben ihm Fotos von schiefen Nuckel-Zähnen gezeigt, haben seine Daumen verglichen (der Nuckeldaumen hat ganz schön gelitten in den Jahren), haben ihm Pflaster angeboten oder vom Daumenkönig erzählt. Wollte er alles nicht. Kann man nichts machen.

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Genuckelt wurde immer. Es war seine Flucht, sein Beruhigungsmittel, seine kleine Pause.

Und vor fünf Tagen tat der Daumen mal wieder weh.

Anton schlug vor, ich könne doch ein Pflaster darum kleben und dann würde er immer daran erinnert werden, dass er nicht mehr nuckeln will.

Du willst nicht mehr nuckeln?

Nein.

Und so war es. Pflaster drum, Monster drauf gemalt, Schlafenszeit.

Dieser Hardcore-Junge fing nicht klein an, sondern gab sich gleich die Höchstdosis zu Beginn: Einschlafen ohne Daumen.

Und er zieht das durch! Heute sogar ohne Pflaster!

Ich bin sehr, sehr stolz auf ihn und freue mich für ihn, dass er damit so gut umgeht.

Ich bin aber auch sehr, sehr fertig mit den Nerven, denn eine Daumennuckel-Abgewöhnung ist vergleichbar mit einem Drogenentzug. Anton ist voll auf Entzug. Und das gleich doppelt hart: Er entzieht sich das einzige Mittel, das ihn sonst immer beruhigt hat! Er verliert also nicht nur seine Droge, sondern kann sich nicht einmal mehr davon ablenken!

Dieser Junge ist derzeit ein wandelndes Gewitter! Wutausbrüche sind das nicht mehr. Das sind vollständige Entladungen ohne Rücksicht auf Verluste. Mit einer Ausnahme: Auf seinen Leo lässt er nichts kommen. Der dient als Beruhigungsmittel, wenn er in sein Laufgitter krabbelt und seine Nase in Leos Haare steckt. Kann ich gut verstehen, denn auch mir dient Leo als Ladegerät.

Was wir jedenfalls wieder mal gelernt haben: Alles kommt zu seiner Zeit! Und es ist so viel einfacher, ihn zu unterstützen in seinem Vorhaben, als ihn permanent zurechtzuweisen! Ich glaube auch, dass unsere dauerhaften Ansprachen zum Nuckeln nichts mit seinem Sinneswandel zu tun haben. Vielleicht wäre das auch so passiert. Gut, die Idee mit dem Pflaster hat er von uns aufgeschnappt, aber den Willen, mit dem Nuckeln ein für alle mal aufzuhören, hat er selbst entwickelt.

Es gibt also kein Geheimrezept von mir zum Abgewöhnen vom Daumennuckeln. Außer: Vertraut euren Kindern, sie finden ihren Weg.

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Anton ist nicht so der große Esser. Es ist nicht so, dass er jetzt übermäßig wählerisch wäre. Er ist halt ein Kind und isst, was Kinder stereotypischerweise so essen. Meistens komme ich damit wunderbar zurecht, manchmal macht es mich wuschig und manchmal wütend – wenn ich mir besonders viel Mühe gegeben habe, etwas zu kreieren, was nicht alltäglich aber ihm angepasst ist. Die köstliche Blattspinat-Lasagne vorige Woche beispielsweise. Er liebt Spinat, aber an diesem Tag nicht.

In letzter Zeit isst er vor allem abends nicht besonders. Das ist doof, denn ich weiß nicht immer, ob er im Kindergarten beim Mittagessen satt geworden ist. Wir leben in einem Dorf und die Kita wird von der örtlichen Gaststätte beliefert, laut Eltern von älteren Kita-Kindern ist es bedeutend besser geworden, seit dort die Generation gewechselt hat. Trotzdem bleibt es dorfig: Gutbürgerliche Hausmannskost, für mein Befinden zu oft fleischlastig, was ja nicht das Problem wäre, wenn die Gerichte ohne die Fleischration noch immer ausgewogen wären. Im Bekanntenkreis ist Anton nicht das einzige Kind, was einfach kein Fleisch in Fleischform mag (Würstchen, Leberwurst und Salami aber schon). Daher war heutiges Gespräch keine Ausnahme beim Abholen aus dem Kindergarten:

Und? Haste Mittag gegessen, mein Schatz?

Jaaaa, heute gab es lecker Reis! Ne Finni? Heute gab’s lecker Reis, odaaaaa?

Und gab’s auch noch was dazu?

Ja, da war noch so Fleisch bei, das mogte ich aber nicht. Und die Soße, die mogte ich auch nicht.

Und was hast Du dann gegessen?

Reis.

Es war Geschnetzeltes mit Reis und wohl auch ein paar Pilzen. Würde nie auf die Idee kommen, ihm das zu Hause zu kochen.

Jedenfalls.

Jedenfalls kommt sowas öfter vor und ich lese auch nicht immer den Menüplan und ich frage auch ehrlichgesagt nicht immer nach. Er ist 4 und meldet sich, wenn er Hunger hat.

Essen langweile ihn, hat er letztens gesagt. Gemeinsame Mahlzeiten sind ihm nicht so wichtig wie uns (vielleicht meckern wir auch zu viel am Tisch).

Frühstücken tut er bemerkenswert gesund und gern unter der Woche. Verschiedene un-schokoladige Müslisorten mit Milch, zerdrückte Banane mit Quark und Haferfleks, Frühstücksbrei mit frischem Obst, Joghurt mit frischem Obst und Müsli… das ist sein Liebingsfrühstück. Am Wochenende Eier im Glas und mal ein Rosinenbrötchen, dann ist er schon wieder über alle Berge.

Abends ist bei uns in der Regel Abendbrot-Zeit. Stulle mit was drauf, Rohkost dazu. Anton ist seit längerem dazu übergegangen, hauptsächlich mit dem Essen zu spielen. Isst mich Ach und Krach ne Scheibe Brot. Wirkt dabei unbegeistert, wenn nicht Kumpels mit am Tisch sitzen.

Vor kurzem habe ich ihm leichtsinnigerweise das hier kreiert, was er dann natürlich viele weitere Abende gefordert hat.

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Und er hat die kleinen Kunstwerke grundsätzlich erstmal von ihrer Dekoration befreit um das Brot am Ende dann doch nicht aufzuessen.

Heute war’s ähnlich. Wir saßen am Esstisch, Anton bestellte Käsebrot und beschäftigte sich dann ausgiebig mit den extra-Käsescheiben und dem Wiener Würstchen, angelte sich Erdbeeren und Gurken aus den Schälchen und klaubte den Käserand von der Klappstulle. Es dämmerte mir…

Sag mal, Anton, kann es sein, dass Du gar nicht so gern Brot isst?

Ja.

(Ok… das war einfach).

Und würde es Dir besser gefallen, wenn Du abends einfach sowas wie Käse, Gurken, Erdbeeren und so essen würdest und kein Brot?

Ja, ich möchte jeden Abend Käse und Erdbeeren.

Das geht zwar nicht, weil die Erdbeerzeit bald vorbei ist, aber wenn ich das weiß, dann brauchst Du kein Brot essen. Dann sorgen wir immer dafür, dass genug Schnickschnack auf dem Tisch steht, wenn Du damit glücklicher bist.

Leuchtende Augen! sag ich euch.

Versteh ich nicht. Warum hat er mir das nie gesagt? Gut, ich hätte es sehen können, aber sonst ist er auch nicht auf den Mund gefallen, wenn er etwas nicht mag.

Jetzt ist der Abendbrotstress raus. Jetzt gibt’s halt Abendbrot-Picknick 🙂

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