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Anton geht seit gestern wieder ganztags in den Kindergarten. Das hatten wir seit November ausgesetzt, weil ihm das nicht gut getan hat. Nun ist die Lage eine andere, er ist im letzten Kita-Jahr, dadurch beitragsfrei und seine Papageien-Gruppe hat einen eigenen Raum in der oberen Etage bekommen. Es herrscht also mehr Ruhe für ihn, er hat eine feste kleine Gruppe (10 Kinder) und er ist einfach mal viel älter geworden und hat sich ganz stark weiterentwickelt. An nur zwei Tagen die Woche ist er nun bis 16 Uhr im Kindergarten und isst auch wieder dort. Mittwochs ist er bei Oma H. und dort gibt’s traditionell Pfannkuchen und donnerstags ist Oma D. immer hier, Anton somit auch. Er will ja was von seinen Omas haben. Freitags sind die Kinder in der Turnhalle und ich finde dass das ein schöner Abschluss in’s Wochenende ist, somit ist das unser gemeinsamer Mittagessen-Tag mit ihm, mir und Leo. Dann darf Anton auch (mit-)bestimmen, was es geben soll. Wird also der Pommes/Tortellini-Tag🙂

Ihr könnt schon erkennen, dass Antons Lieblingsessen keine besonders große Varianz aufweisen. Und außerdem ist -entgegen aller Empfehlungen- an ein harmonisches Essen selten zu denken. Wie auch, wenn man nach dem Kindergarten zu Hause sofort in den typischen „Was gibt’s denn? – Mag ich nicht!“-Dialog verfällt. Es fällt mir leider extrem schwer, seine Ablehnung nicht persönlich zu nehmen. Er findet essen per se „langweilig“

„Immer dieses Sitzen, Essen in den Mund stecken, kauen… das ist doch langweilig!“ Er genießt nicht, für ihn ist Essen nur das Stopfen des Lochs im Magen, das er eher selten fühlt. Gemeinsam am Tisch sitzen ist für ihn kein schönes Familienerlebnis, sondern eine schnellstmöglich abzuhandelnde Aufgabe. Eher lästig. Schwiegermama und Schwägerin erkennen seinen Vater als Kind in ihm. Antons Papa hatte wohl ähnliche Vorlieben (keine Brotrinde, Gemüse nur in Form von Mais und Erbsen, keine Aufläufe, kein Brotbelag…)

Wenn ich seine Liste der Dinge, die er mag, aber mit anderen Kindern vergleiche, isst er sogar noch abwechslungsreich! Da gibt’s die Jungs, die täglich Kartoffeln mit Quark (aber nur einem ganz bestimmten!) essen, jene, die seit 5 Jahren jeden Abend Honigbrot essen, die, die keine Eier mögen, keine Äpfel mit Schale, keine Äpfel ohne Schale, keine Gurken, Tomaten, Nudeln,.. alles dabei. Sogar keine Erdbeeren!! Wie kann man keine Erdbeeren mögen?

Insofern sind wir gar nicht so schlecht aufgestellt. Eigentlich. Trotzdem ist Mittagessen hier oft ein Kampf. Diese komische Probier-Regel ist auch unnütz, wenn das Kind schon vorher beschlossen hat, das Probierobjekt sowieso nicht mögen zu werden. Egal ob es dann vielleicht doch schmeckt, der Stolz siegt. „Also bei uns gilt die Regel, dass alles probiert werden, aber nichts aufgegessen werden muss.“ Ich hab’s versucht, was ist der Sinn darin, ein Kind zum probieren zu zwingen? Wie soll dieses Zwingen überhaupt gehen? Da muss schon eine gewisse Probierbereitwilligkeit vorliegen.

Dinge, die Anton schon mehrmals gegessen hat, müssen trotzdem nochmal „probiert“ werden, egal wie sehr ich ihm versichere, dass er es jedesmal sehr gerne mochte. Stichwort „Quarkkeulchen mit Kompott“. Endlich, endlich darf das Gericht auf seine Liste, er glaubt es mir jetzt.

Der Witz ist aber, dass er gerne völlig verrückte Sachen probiert. Die noch nicht zubereitet sind (roher Waffelteig) , die andere eklig finden (Butter pur), oder die vermeintlich nicht zusammen passen (Leberwurst & Marmelade). Das macht ihm dann Spaß. Aber die Gerichte, die ich koche (und ich kann kochen!!) und über die ich mir vorher Gedanken gemacht habe?

Jedenfalls. Jedenfalls isst er ja nun nur noch einen Wochentag mittags mit uns. Das gibt mir hier zu Hause ganz neue Möglichkeiten! Ich kann mich kulinarisch austoben, kann wieder so kochen, dass der Mann davon auch was hat (wer nimmt schon Kartoffelpuffer mit zur Arbeit…) und kann Leo auch schon vor dem Mittag schlafen lassen ohne mit dem übermüdeten Zwerg um 12 zum Kiga düsen zu müssen und ihm krampfhaft bis 13 Uhr wach zu halten.

Gestern habe ich mir gleich zwei tolle Rezepte rausgesucht, die den Anfang machen. Das hier:

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Äh, nee. Zu spät. Ich meine das hier🙂

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Kürbisrisotto! Mit allem drum und dran (Weißwein, Parmesan, Brühe angießen…) und haufenweise Butternut-Kürbis. Es war so köstlich! Rezept hier.

Heute gab es aus meinem Rezeptsammelsurium diese Couscous-Burger, die Leo und ich einfach mit Schmortomaten gegessen haben (Cherrytomaten, 1 EL Öl, 1 EL Balsamico, 180 im Ofen bis sie aufgeplatzt sind und verboten gut aussehen!).

180g gekochter Couscous wird mit 400g (AG) pürierten, großen, weißen Bohnen, 1 EL Mehl, 1 Bund Petersilie, 2 Knoblauchzehen, Pfeffer, Salz und Gewürzen nach Wahl vermischt, 30 Min im Kühlschrank gelagert und zu Buletten geformt. Ich nehme dabei immer gern Vollkornbrösel zur Hilfe, das erleichert das Formen und Braten. 4 Min von jeder Seite braten. Der Mann bekommt sie heute nachmittag im Burgerbrötchen mit Salat und Gurke, wir sind pur mit einem Klecks Sour Creme geblieben.

Leo_Couscousburger_schmuecklig

Leo hat schon vor dem Essen geschlafen, weil er sich bei der Vorbereitung zur mir auf die Arbeitsplatte gesetzt hatte und genussvoll weiße Bohnen und gekochten Couscous genascht hat. Und ausgehungert nach zweistündigem Nickerchen hat er sich auf die Burger und vor allem die Tomaten gestürzt.

Das gibt mir ein bisschen Genugtuung🙂 Nach all der Zeit, in der mein Essen verschmäht wurde, schätzt nun endlich jemand zur Mittagszeit meine Bemühungen. Und so kann’s jetzt weitergehen. Ich bin sonst nicht so der Essensfotografierer, aber dann und wann werde ich besonders leckere Rezepte bestimmt mal wieder dokumentieren. Gut’n!

Wer Lust hat sich in Bezug auf Leos Epilepsie auf den neuesten Stand zu bringen, kann gern hier mal gucken.

Hier im Blog schreib ich darüber nur mal nebenbei. Weil’s abgesehen von den Medikamenten-Dosen einfach keine Rolle in unserem Leben spielt. Toi toi toi.

Anton war seit Babyzeit ein Bücherjunkie. Bis heute ist es erstaunlich, wie konzentriert und ausdauernd er zuhört und mitmacht beim Bücher lesen. Er ist Fünf und gestern begann mein Mann tatsächlich ihm den Hobbit vorzulesen! Der Hobbit ist ja sogar ein Kinderbuch, aber vielleicht nicht gerade für Fünfjährige könnte man meinen. Er hat ihm vorgelesen, bis alle Zwerge bei Bilbo Beutlin angekommen waren – Kenner wissen, dass das ne ganze Weile dauert!

Das ist aber auch das einzige Buch, das seinem Alter so sehr voraus ist. Ansonsten steht er -wie andere Fünfjährige- voll auf Drache Kokosnuss und Michel aus Lönneberga (er sieht auch so aus😀 )

Und dann ist da Leo.

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Leo pfeift auf Bücher. Das hatte ich bereits mehrmals erwähnt. Da ich mich im Internet gern auf Seiten tummle, die irgendwie mit moderner Elternschaft zu tun haben und mir aus allen Bereichen Dinge für mich heraussuche, die zu uns passen, bin ich über Eltern vom Mars auf die Idee gekommen, Bücher mit Gegenständen zu kombinieren und sie somit mit Leo mehr zu bespielen als sie Seite für Seite vorzulesen! Das zieht zumindest für einen Moment seine Aufmerksamkeit.

Und: Es lässt sich phantastisch mit Gebärden kombinieren! Montessori meets Babygebärden!

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Ich habe eine Kiste für ihn bereitgestellt, an die er jederzeit herankommt und die fertig sortiert ist: 3 Bauernhof-Bücher, die mir sehr gut gefallen und passend dazu alle Tiere, die ich hier gefunden habe, die im Buch vorkommen und ein Trecker. Was zu Montessori passt: Die „echten“ Tiere, die „echten“ Sounds im Geräusche-Buch und das System der „Körbchen“. Was nicht zu Montessori passt: Bodo Bär als bekleidete, aufrechtgehende Hauptperson und die Plastikkiste statt des Weidenkörbchens. Wenn man mal ganz pingelig ist: Ihr seht, ich nutze die Idee und setzte sie so um, dass sie zu mir passt.

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Ich liebe Bodo Bär-Bücher, weil ich die Illustrationen so schön finde, weil sie kunterbunt sind und weil wir uns trotz Menschsein in seinen Alltagssituationen wiederfinden. Und Anton hat sich nie die Frage gestellt, wie es denn sein kann, dass ein Bär sich wie ein Mensch verhält und -nanu!- er hat auch nie erwartet, Bodo Bär im Zoo zu treffen. Die können das ganz gut differenzieren, die Kleinen.

Beginne ich also das Spiel, lege ich die Bücher auf den Boden und lasse Leo entscheiden, welches er ansehen will. Meist sind es gleich zwei und eigentlich hat er auch mehr Interesse daran, die Kiste ein- und auszupacken. Aber es klappt jedes Mal ein bisschen besser (ich mach das ja erst seit ein paar Tagen unregelmäßig) – ich zeige ihm die passenden Tiere und die Tierlaute, ich erzähle, was sie gerade tun, ich gebärde dazu, ziehe seinen Blick kurzzeitig auf mich, indem ich das Tier langsam zu meinem Gesicht führe, ich zeige ihm die Gebärde für „das gleiche“ und ich erinnere ihn an vergangene Situationen (Du hast eine Katze gesehen, Du hast die Hühner mit Gras gefüttert, …). Nicht immer alles, eben so wie es grad passt.

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Jetzt wollt ihr lesen, dass er sich damit stuuuundenlang beschäftigen kann😀 Nein. Der Spaß hält vielleicht mal 5 oder 10 Minuten an. Aber er nimmt die Tiere auch selbst in die Hand und lässt sie über das Buch laufen oder picken, er drückt den Sound-Knopf und er zeigt mir NOCHMAL, wenn ihm etwas gut gefallen hat. Und dann geht er. Und dann waren es sehr schöne 5-10 Minuten!

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Die Bücher unserer Wahl, weil wir sie alle schon da hatten: Bodo Bär auf dem Bauernhof, Mein großes Bauernhof-Fühlbuch (die Teile zum Fühlen hätte ich mir realistischer gewünscht. Aber es geht einfach nur darum, überhaupt etwas fühlen zu können, ein bisschen schade) und Hörst Du die Tiere vom Bauernhof, was Teil einer großartigen Reihe von Sound-Büchern mit echten Geräuschen ist. (Das ist keine Werbung, ich hab nix davon).

 

 

 

Ich würde ja neues vom Gebärden schreiben, wenn ich könnte. Kann ich aber nicht. Denn nach dem Run ist hier vor dem Run. Mehr als die Gebärden vom letzten Beitrag sind es nicht geworden und so richtig super glücklich bin ich mit seiner Auswahl nicht, auch wenn das ziemlich dumm klingt.

Immerhin hat Leo ja die für sich wichtigsten Zeichen ausgewählt und die olle Mutter ist mal wieder nicht zufrieden?

Naja. Da nach wie vor nix Duden-gerechtes außer „Mama“ und sowas wie „trinken“ (trrrkrrr) in Worten aus seinem hübschen Mund kommt, werde ich zugegebenermaßen ungeduldig. (Wobei er gerade eben beim ins-Bett-gehen immer auf meine Augen gezeigt hat, irgendwann dann „Auge“ und auch mein jubelndes „Jaaa“ nachgesprochen hat!)

Ist das schlimm, das zuzugeben? Jaja, jedes Kind hat sein eigenes Tempo. Sie werden schon alle irgendwann sprechen. Er ist doch nichtmal 17 Monate alt. Er trainiert eben erstmal seine Motorik und erklimmt vorzugweise Tische. Irgendwann sabbelt er Dir die Ohren wund. Bla bla. Ich will aber jetzt Worte! Er will ja nicht mal Bücher angucken… (das hab ich ja vorher nicht geglaubt, dass es solche Kinder gibt!)

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Ich weiß ja selbst, dass meine Ungeduld total lächerlich ist. Ich bin auch nicht ernsthaft ungeduldig, wisst ihr was ich meine? Ich bin in meiner Naivität einfach einmal mehr überrascht, wie anders die beiden Jungs ticken. Wie kann der eine mit 10 Monaten so wild auf Worte sein, während der andere fröhlich in Babysprech vor sich hinplappert und eigentlich nichtmal den Eindruck macht, als würde er daran etwas ändern wollen. Naja und ich hab da halt diese Liste mit Worten, die Anton in Leos Alter drauf hatte. Da fällste vom Glauben ab! Und ich weiß ja nun, dass diese Liste nicht erfunden ist (Und dass mir der Große heutzutage eben jene Ohren wundsabbelt).

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Leo jedenfalls nutzt seine Gebärdenwahl relativ eingeschränkt, weil in immer wiederkehrenden Situationen, selten unvorhergesehen (Vogeluhr zwitschert, es regnet, Mama soll singen, nochmal Kniereiter,…). Seit ein paar Wochen ist LICHT AN/AUS ganz weit oben. Gern auch vor Zeugen im Kindergarten oder bei Budni (da ist viiiiel Licht… ja, die Lampe ist auch AN…ja, diese auch, ja, die auch…), was wenigstens mein Geltungsbedürfnis befriedigt mich in gewisser Weise sehr freut (jaHA! HAST Du das gesehen? Wir KOMMUNIZIEREN! Los! Sprich mich drauf an!)

Aber nutzt er sie, wenn es wirklich praktisch wäre? Wenn ich einfach nicht genau weiß, ob er schon fertig mit essen ist (weil er dauernd aufsteht, aber wütend wird, wenn ich ihn vom Stuhl hebe), ob er Hunger oder Durst hat, warum er gerade wütend ist, warum er auf den Arm will und mich in eine bestimmte Richtung dirigiert. Nein, wahrscheinlich ist sein kleiner Kopf dann viel zu sehr mit seiner Notlage beschäftigt, als dass er auf die Idee käme, sie mir per Gebärde zu erklären. (Ja, selbstverständlich finde ich die Antworten auf all dies auch so raus, aber darum geht es ja beim Gebärden mit Babys: Kein trial-an-error nötig! Bzw. ist Essen bei Leo im Zweifel die Antwort auf alles, wenn das Problem vorher auch ein anderes war…)

Das ist alles Leiden auf hohem Niveau! Meinem Spaß an der Sache tut es dennoch keinen Abbruch. Ich gebärde sogar zum Schlaflied und er freut sich darüber sehr und schaut mir aufmerksam zu und versucht sich selbst an der Melodie. Vielleicht singt er dann ja bald für mich🙂

(Was ich singe? Mittags singe ich aus „Im Märchenwald ist heut Konzert“ das „Lied vom Mittagsschlaf“, abends erst die ersten zwei Strophen von „Schlafe mein Prinzchen“ (die dritte ist doof) und dann „Müde Maus“ von Robert Metcalf von der CD „Ich bin Eins, das ist meins„. Leo liebt sie alle und besteht auf das ganze Sortiment.)

 

Als babySignal-Kursleiterin erwartet man ja von seinen eigenen Kindern, dass sie ganz besonders früh anfangen zu gebärden. Bei Anton war ich noch gar keine Kursleiterin, er fing mit 10 Monaten an und ersetzte die Zeichen dann recht schnell durch Sprache, die sich zeitgleich entwickelte.

Leo ist nun 14 Monate alt. Bei ihm habe ich quasi seit Tag 1 gebärdet, schließlich habe ich ja die nötige Geduld um auch monatelanges Warten auszuhalten und es fällt mir auch nicht schwer, die Gebärden völlig selbstverständlich zu nutzen. Mit 11 Monaten gebärdete er dann auch TRINKEN und NOCHMAL. Aber dann kam nichts mehr. Nicht mal mehr diese zwei Zeichen. Er interessierte sich auch nicht besonders offenkundig für meine Zeichen. Aaaah!

Aber seit ein wenigen Wochen geht’s los, erst tröpfelnd, seit ein paar Tagen ganz enorm und heute war er kaum zu stoppen! Zwei-Wort-Sätze in Gebärden gab’s heute!

Er ist ja Epileptiker und derzeit reduzieren wir monatlich die Medikamentendosis. Tatsächlich wurde sie zuletzt am 01. Juni reduziert… ob das Zeug ihn doch in irgendeiner Form „hemmt“? Bisher war von irgendwelchen Verzögerungen nichts zu erkennen, ich darf ihn halt nicht mit dem wortgewandten Anton vergleichen, der schon früh anfing zu sprechen. Während Leo an „korrekten Worten“ bisher grad mal ein „Mama“ und „nein-nein“ von sich gibt und sich ansonsten auf Dauergebrabbel beschränkt. „Ata“ sagt er noch zu Anton, „Daaaaate“ zu Danke. „Trinken“ übt er gerade, in dem er die Silbe Tri mit einer größeren Anzahl weiterer, variabel wählbarer Buchstaben ergänzt und dabei seine Hand öffnet und schließt.

Viele Gebärden sehen bei Leo noch sehr sehr ähnlich aus, sind aber situationsbedingt unverkennbar. SCHAUKELN und MUSIK beispielsweise, die er bisher nur einhändig gebärdet. SCHMETTERLING, MILCH und TRINKEN sind ebenfalls sehr ähnlich, denn auch hier gebärdet er SCHMETTERLING einhändig und TRINKEN findet noch nicht am Mund statt, sondern noch irgendwo in der Luft.

NOCHMAL ist jetzt hier Dauerbegleitung. Und sieht so niedlich aus, denn er spreizt dazu die kompletten Finger, winkelt den Zeigefinger aber nach vorn ab und wackelt dann mit der Hand. Gebärdet wird dieses Zeichen zu jeder Gelegenheit, heute Nachmittag auf der Spielplatz-Wippe, aber auch in Bezug auf mein Gebärden, das er mit seinen Augen quasi aufsaugt! Die Vogeluhr zwitschert? Er macht mich darauf aufmerksam, ich gebärde TSCHIEP-TSCHIEP und ernte Freude und den abgespreitzen Zeigefinger!

Auf die Frage, ob wir auf den Spielplatz gehen wollen, gebärdete er heute SCHAUKEL und machte sich sofort auf den Weg!

Und als ich ihn dann heute mit Ach und Krach zum Mittagschlaf überreden konnte und ihm dazu ausnahmsweise mal ein Lied vorsang, gebärdete er SINGEN/MUSIK und NOCHMAL in Kombination als ich fertig war!!

Nach einem extrem langen Tag, den wir dauerhaft im Garten und Leo dreimal im Planschbecken verbrachten, habe ich die Kinder heute trotzdem erst unglaublich spät ins Bett gekriegt. Der große Bruder durfte um 21 Uhr noch unter die Dusche, während der Wasserjunkie Leo schon lange bettfertig war. Im Bett war er noch einen kurzen Moment empört und klopfte sich mit der Faust auf die Brust. Ich habe erst später geschaltet, denn diese Gebärde verwende ich nicht ganz so regelmäßig: Das hieß dann wohl, dass er auch nochmal BADEN bzw. unter die Dusche wollte!

Als Dankeschön, dass er so lange Aufbleiben durfte, KLATSCHTE Leo dann zum Abschluss zum ersten Mal in die Hände. Ich liebe solche Tage!

Weitere Gebärden, die er gern verwendet, sind SCHNULLER, TANZEN (er tanzt dann im Autositz, wenn ich das Radio anmachen soll) und SIRENE.

Saumäßig Spaß macht das! Anton fragt mich nach vielen Zeichen, Florian traut sich langsam auch mehr und meine Mama hat die größte Freude an NOCHMAL. Ich hoffe ich fange eine dieser Situationen bald mal in einem Foto ein!

 

 

schmücklig

Anton hat mit Fingerstempeln eine Vogelfamilie getupft und bat mich darum, sie nun noch „schmücklig“ zu machen. Eine eigene Wortkreation, die soviel heißt wie „aufgehübscht“ und so viel wundervoller und bildlicher ist.

Das Wort wandert ab sofort in unseren Wortschatz.

Und in diesen Blog.

 

Leo ist Eins.

Ostersonntag ist der Li-La-Launebär offiziell vom Baby zum Kleinkind geworden und es hat den Anschein, dass er nun beschlossen hat, groß zu sein.

Wie der einen schon veräppeln kann! Wie er sich freut, wenn er weiß, dass er gerade etwas unerwünschtes tut und dabei erwischt wird (Blumenerde ausbuddeln und essen)!

Der Tag war toll, Anton und ich haben für schöne Osterdeko gesorgt (bemalte Eier, Watteküken und Kresseeier schon seit Wochen) und er hatte mir tags zuvor ganz doll beim Backen geholfen. Den Geburtstagsfrühstückstisch hatten wir abends schon gedeckt, so dass Leo direkt von Luftballons, Girlande und Kerzenkarawane begrüßt wurde. Unser Geschenk an ihn war dieser Rutscher:

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Nur ein Geschenk? Anton hat damals tatsächlich viel mehr bekommen. Aber Fakt ist: Leo spielt hauptsächlich mit Antons Sachen, interessiert sich bisher NULL für Bücher (mit Anton haben wir mit 10 Monaten schon abends bis zu SIEBEN Bücher angesehen), hat sehr viel Baby- bzw. Kleinkindspielzeug von Anton, ignoriert sogar seine tollen Weihnachtsgeschenke weitestgehend… was soll man also auf Krampf noch mehr anschaffen, wo doch die Verwandten auch alle noch was mitbringen?

Den Rutscher findet er toll. Ich hab bewusst nach einem gesucht, der keine Geräusche macht und der ein Staufach hat. Diesen hier kann man sogar noch als Lauflernwagen benutzen, Leo schiebt ihn fröhlich vor sich her und er fällt dank Kippschutz nicht nach hinten um!

Von Verwandten und Freunden ist noch folgendes (meist auf Wunsch) dazugekommen:

Die ersten richtigen Schuhe (noch hypothetisch)
zuckersüße Filzpantoffeln mit Harlekinbommeln
Sandspielzeug
zwei Bücher
ein toller Kipplaster von BIG
Geld zum fröhlichen Klamottenshoppen
ein weiterer Rutscher (überraschend, nicht im Bild)
ein gebasteltes Bild von Anton

Zu Ostern gab es noch Waschhandschuhe und den kleinen Hasen, der da oben im Laster sitzt.

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Da es Ostersonntag war, stand der Tag erstmal im Zeichen des Hasens und Anton suchte fleißig Ostereier und kleine Überraschungen im Garten. Auf dem Esstisch standen für beide Kinder neue Tassen mit der Raupe Nimmersatt und Anton hätte dazu eigentlich nur noch Schokoeier bekommen sollen, ich habe aber sehr kurzfristig noch ein paar Kleinigkeiten für ihn gefunden. Und nicht gesucht! Das sind dann doch die besten und er hat sich so sehr gefreut!! Es gab einen blauen Polizeipropeller (Windrad) für sein Fahrrad, ein großes Kissen mit einem Kaninchen und eine neue Sonnenbrille, die in einem großen Pappei versteckt war.

Das Hasenkissen musste mit uns frühstücken und bekam auch Geschirr und eine Möhre. Auf einen Becher bestand es trotzdem.

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Die Hasenohren hatten wir schon am Karfreitag zusammen gebastelt, Anton trug sie die ganzen Ostertage hindurch, dazu auch das Körbchen, dass ich ihm am Samstagmorgen schnell gebastelt hatte. Er klebte sich noch selbstgemalte Eier daran und es begleitete ihn zur Freude seiner Kumpels mit zum Osterfeuer.

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Wir haben das alles übrigens MORGENS gebastelt. Florian und ich hatten Schichtbetrieb beschlossen, weil Leo neuerdings echt früh wach wird (aber dafür DURCHSCHLÄFT!!). Weil ich frühmorgens nicht zurechnungsfähig bin, übernahm er die erste Schicht bis 8 (die aber er aber meist erst um halb 9 einlöste) und ging dann selbst nochmal mit Leo bis 10 schlafen, holte danach Brötchen und ich konnte mit Anton und Kaffee Zeit verbringen. Freitag hatte ich wohl Speed im Kaffee, jedenfalls entstanden nicht nur die Ohren für Anton, sondern auch noch welche für die Eier und wir buken sogar spontan und zum ersten und erfolgreichen Mal Osternester! Da war Florian ziemlich baff. Lasset das Weib ausschlafen und ihr erfahret Wunder, sag ich nur!

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Die Tage waren alle super harmonisch und sind es noch. Das betone ich, weil ich ansonsten eher Erziehungsratgeber wälze und mich bei meiner Freundin auskotze, die schon lange hauptsächlich Gemecker über Anton von mir hört. Es ist schwierig. Aber seit Donnerstag ist es super, die normalen Aussetzer eines willensstarken Fastfünfjährigen sind einkalkuliert. Und Eltern werden mir beipflichten: Der Akku ist meistens sehr schnell wieder aufgeladen, oder wie ich sonst immer vergleiche: Das Fass ist nicht mehr überschwappend voll, ich habe wieder Luft nach oben – sprich Geduld.

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Sonntag war also durchweg wunderbar. Am Nachmittag kam die Familie zum Kaffee und unsere Eltern blieben noch bis später am Abend, wir bestellten Pizza und quatschten, Florian und ich saßen anschließend noch eine Weile am Tisch, räumten nichts auf und tranken noch ein Glas auf den gelungenen Tag. Leo war bis zum Ende eine gutgelaunte Freude ohne Mittagsschlaf!

Das einzig nennenswerte, was ich gebacken habe, sind diese unglaublich köstlichen Bisquitschnecken nach dem Rezept von Carrots for Claire. Der Chilenische Pfirsichkuchen aus der Rosins Restaurants-Reihe war lecker, aber zu trocken, weil falsche Backform. Die Mini-Amerikaner waren auch zu trocken, aber süß, weil wie Küken und Ostereier dekoriert. Ich versuche beim Backen Zucker zu ersetzen und verwende kein Weizenmehl. Manchmal ist das einfach nicht lecker. Die Bisquitschnecken hatte ich schon testgebacken und sind mir gleich beim ersten Mal gelungen.

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Montag war ruhig und verregnet, die Jungs probierten die neuen Geschenke aus, unsere Nachbarn besuchten uns nachmittags, die Kinder spielten, wir genossen die Zeit. Dienstag verschliefen wir unbewusst, weil eine Uhr noch nicht umgestellt war. Und weil wir den entspannten Anton plötzlich ruckizucki in den Kindergarten hätten fahren müssen, blieb er noch einen Tag bei mir zu Hause.

Leo ist also Eins. Was kann ich euch über ihn erzählen? Er schafft schon vorsichtige zwei Schrittchen allein, liebt es zu tanzen, ist eigentlich immer gut gelaunt, kann anderenfalls schnell wieder aufgeheitert werden. Er isst gerne und gut, zur Zeit sind wir überraschend wieder bei „Brei“ gelandet, also bei zermatschtem Essen oder eben tatsächlich Frühstücksbrei. Das liegt daran, dass er unbedingt alleine essen möchte und das Essen hält nunmal auf dem Löffel am besten in Breiform. Auf reines Fingerfood hat er grad nicht viel Lust, auch Stücke werden vorzugweise aufgespießt. Er lässt sich sogar füttern, weil er einfach Hunger hat! Sein Lieblingsfrühstück sind der Alnatura Couscous-Frühstücksbrei oder banaler Haferbrei, er liebt Obst über alles, Mango, Banane, Kiwi, angedünstete Apfel- und Birnen (leichter zu essen mit 6 Zähnchen). Mittags ist es unkompliziert, eigentlich mag er alles, nur Blumenkohl ist nicht sein Ding. Und Mais, habe ich heute rausgefunden. Zum Abendbrot mag er es abwechslungsreich und ziemlich abgefahren: Ein bisschen Avocado hier, etwas Räucherlachs da, Heringsstücke aus dem roten Heringssalat, Brot mit Aufstrichen (Hummus/Tahini, Hummus mit getrockneter Tomate, Curry/Mango, Cashewmus, alles von Budni bzw. dm)

Und weil er nun Eins ist, hab ich heute auch Honig eingeführt, bis auf Quark ist alles andere längst auf dem Speiseplan🙂

Er ist nicht sehr kuschelig, genießt aber kurze Schmuseattacken. Er nimmt ALLES in den Mund, das kenne ich von Anton gar nicht. Der hatte schon sehr früh Mumeln, weil ich wusste, dass sie ihm nicht gefährlich werden. Vor Leo ist nichts sicher. Der muss alles untersuchen, befühlen, schmecken, kauen. Er hat auch sofort rausgefunden, wie der Perlonstrumpf vom Blumentopf runtergeht. Jetzt ist er festgeklebt. Er mag keinen Wind und keine Kälte, Anton würde bei jedem Wetter ohne Mütze und Schal und mit offener Jacke rausgehen. Er hasst es gewickelt zu werden, er hasst es „zur Beruhigung“ an den Händen angefasst zu werden. Teller gehören auf den Fußboden. Besteck mittlerweile nicht mehr. Wenn er mit Essen fertig ist, dreht er den Teller um oder zermatscht die Reste zwischen den Fingern. Er versucht sich an „Mama“, „Papa“ und „Anton“, wobei letzteres „Aaataaaaa“ ausgesprochen wird und vorzugweise morgens um 6 in Richtung Antons Bett gerufen wird.  Er liebt seinen Bruder abgöttisch. Das verdeutlicht er gern durch Gozilla-artige Lego-Zerstörung. Er sagt auch „mmma“, was manchmal „Oma“ heißt“ und manchmal „nochmal“. Aber gebärden tut er zur Zeit leider überhaupt nicht mehr. Ich bleibe dran. Kopfschütteln ist immerhin Zustimmung.

Eben musste Florian ihm eine extra Flasche machen, während ich den Tobsüchtigen auf meinem Arm kurz wüten ließ. Ich versuche ihn nichtmal mehr zu beruhigen in diesen Momenten. Er dreht so durch, bäumt sich auf, drückt sich durch, brüllt, kreischt, da kommt man nicht an ihn ran. Und kaum ist die Flasche im Mund – Stille. „Papa kommt gleich, Papa macht eine Flasche Milch“ ist nur für mich das Mantra.  Das sind aber auch die einzigen anstrengenden Momente, selbst mit der Anhänglichkeit zu Sprungzeiten komme ich ganz gut zurecht. Gerade steckt er wieder in so einem Sprung und man sieht ihm an, dass er jeden Tag mehr kombiniert und versteht!

Ansonsten alles schicko. Wir waren im Urlaub, kurz davor hatte er einen Krampf, der aber aus dem Fieber resultierte, was er auch die Hälfte der Urlaubszeit nicht los wurde. Normalerweise ist er nach wie vor anfallsfrei, Ende April ist der nächste EEG-Termin!

Die Neuigkeiten über eventuell einschneidende Veränderungen lassen auf sich warten. Wir sind auf Mai vertröstet, ich vertröste euch auch. Nein, kein weiteres Baby🙂

Ich könnte mir angewöhnen, wieder öfter zu bloggen, dann müsste ich nicht solche Romane verfassen.

Gute Nacht!